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Image Hifi 06-2011

 Uwe Heckers über den Phonovorverstärker :

Abschließend gehe ich jede Wette ein, dass das höchst variable Konzept des Monk

- mehrere Phonoanschlusse,variable Entzerrung plus Anschlussmöglichkeiten für MM-Systeme, auf deren heilsame Wirkung ich hier mangels Platz leider nicht genauer eingehen konnte -

viele Nachahmer finden wird.

Und da der Monk-Audio Phono Preamplifier bereits im ganz normalen Stereomodus mit RIAA-Entzerrung seinen Verkaufspreis voll und

ganz rechtfertigt, so darf er angesichts seiner Anschluss- und Einstellungspracht schon als veritabler Best Buy gelten.

 

LP Ausgabe 4/2011

„Man müsste eigentlich mal …“ Mit diesem Halbsatz beginnt die Entwicklung
ganz vieler Geräte. Im Falle von Michael Bentrup wird es nicht viel anders gewesen
sein. Das Resultat dessen, was er eigentlich mal hätte tun müssen, ist allerdings
ein ziemlich ungewöhnliches. Folgten der Absichtsbekundung doch gleich eine Firmengründung
und die Entwicklung des bis dato einzigen Produktes von Monk-
Audio: einer Phonovorstufe mit der eher pragmatischen Typenbezeichnung „phono
preamplifi er“. Das Gerät kostet 1.900 Euro und sorgt am Markt derzeit für Furore –
klar, dass wir wissen wollten, woran das denn liegen mag. Ein Teil der Frage beantwortet die unmittelbare
Anschauung: Das Gerät ist ein veritables Ausstattungswunder – eine Phonovorstufe
mit sieben Drehschaltern auf der Front gibt’s so oft nicht. Der Monk hat drei
Eingänge zu bieten, zwischen denen wählt der Schalter oben links. Daneben gibt’s einen
Schalter (zweistufi g) für die Betriebsverstärkung. Der ist im Zusammenhang
mit dem MM-/MC-Umschalter zu sehen, so dass insgesamt
vier verschiedene Verstärkungen zwischen 40 und 67 Dezibel möglich sind.
Der MC-Betrieb wird beim Monk mit eigens für dieses Gerät angefertigten Übertragern
realisiert. Sind diese aktiviert, haben die nächsten beiden Drehschalter
Pause: Sie schalten die Eingangs-impedanz und -kapazität in jeweils sechs Stufen um.
MM-Fans werden sich über die Möglichkeit, mit Impedanzen zwischen 15 und
220 Kiloohm spielen zu können, sicherlich freuen, ist man hier doch üblicherweise auf
den Standardwert von 47 Kiloohm fi xiert. Kapazitäten lassen sich zwischen 47 und
820 Picofarad einstellen, das ist absolut praxisgerecht.
Michael Bentrup hat bei der Entwicklung dieses Gerätes reichlich Studioluft
geschnuppert, das merkt man an einer ganzen Reihe von Dingen. Zum Beispiel
am Vorhandensein eines komfortablen Monoschalters, der nicht nur zwischen
Mono und Stereo umschalten kann, sondern auch wahlweise das linke oder rechte
Signal auf beide Kanäle verteilen kann. Die Bedienungsanleitung argumentiert diesen
Schalter übrigens sehr treffend: Bei der Wiedergabe von Monoplatten mit einem
Stereo-Setup ist nur das Nutzsignal wirklich monophon, Rauschen und
Störungen sind auf beiden Kanälen unterschiedlich verteilt; das schafft
eine Art künstlichen Räumlichkeitseindruck. Mit der Mono-Schalterstellung
verschwindet dieser, und ein Teil der Störungen kreuzt sich
zudem aus – das Rauschen wird leiser. Zeigen Sie mir das mal an
irgendeiner anderen Phonovorstufe aus klassischen HiFi-
Gefi lden. Die ganz große Überraschung
jedoch bildet der letzte der sieben Drehschalter: fünf umschaltbare
Entzerrerkurven, um auch alte Schallplatten aus Zeiten vor der Allgemein-
Der schwarze Abt Man sollte meinen, dass der Markt mit Phonovorstufen so gut besetzt ist,
dass für echte Blitzkarrieren kaum noch Raum vorhanden ist. Das Gegenteil
beweist derzeit ein schwarzer Kasten aus Hessen widerstände und -kapazitäten. Ohne ein
paar Leitungen zur Verstärkerplatine und zu den Anschlussbuchsen ging’s verständlicherweise
nicht – verschmerzbar. Die Verstärkerschaltung selbst erstaunt. Ich
jedenfalls hätte auf ein modernes Operationsverstärker-Ensemble getippt, aber
nichts da: Michael Bentrup hat eine sehr reduzierte, mit nur fünf Einzeltransistoren
pro Kanal aufgebaute diskrete Lösung gefunden. Die Schaltung ist quasi „Single Ended“
(es gibt auch nur eine Betriebsspannung) und muss nicht dramatisch hoch
verstärken – den MC-Betrieb besorgen ja die Übertrager. Die verschiedenen Entzerrungen
sind umschaltbare Gegenkopplungszweige für den Verstärker, das ist eine
einfache und effektive Lösung. Die Filterung übernehmen durch die Bank Wima-
Kondensatoren und Metallfi lmwiderstände, alles solider Standard. Wir schrauben
zu und sind beruhigt – das ist technisch robust gemacht, die knappe Verstärkerschaltung
hat sogar richtig Charme. In der Praxis bestätigte sich eine Sorge
nicht, die ich im Vorfeld durchaus hatte:
Das Umschalten der vielfältigen Betriebsmodi geht ohne größere Störungen von
sich, es knackt nur in seltenen Fällen nennenswert in den Lautsprechern. Trotzdem
ist es eine gute Idee, vor dem Umschalten die Lautstärke herunter
zu drehen. Auf dem Teller liegt Neil Youngs fantastisches Massey-Hall-Konzert
von 1971, im SME steckt das neue Benz ACE SL. Die Kombi
passt wie die Faust aufs Auge.Sie stellt Neil Youngs Stimme
glockenklar und fest umrissen in den Raum, die Akustikgitarre
fl üssig und detailliert daneben. Der Monk erlaubt sich dabei
kaum eine Meinung in tonaler Hinsicht, er spielt sehr schnell, fl üssig
gültigkeit der RIAA-Norm korrekt entzerrt wiedergeben zu können. Der Monk bietet
zusätzlich zum Standard Entzerrungen nach NAB, EMI, ffrr/Decca und Columbia.
Ähnliches haben wir in der letzten Zeit zwar auch schon an anderen Phonovorstufen
entdecken können, aber die spielten preislich in einer ganz anderen Liga.
Beim Monk kommt noch hinzu, dass man an all diese Features herankommt, ohne
das Gerät zu zerlegen, um Brücken umzustecken, ohne mit winzigen „Mäuseklavieren“
an der Geräterück- oder Unterseite hantieren zu müssen. Der Monk
bleibt im Rack, alles ist von vorne erreichbar. Wenn man da mal drüber nachdenkt,
kommt man eigentlich nicht umhin, dem Mitbewerb diesbezüglich ein ziemliches Armutszeugnis
ausstellen zu müssen. Ach ja:
Natürlich muss man für keine Einstellung erst einmal die Bedienungsanleitung zurate
ziehen – alle Schalterstellungen sind unmissverständlich beschriftet – es geht doch.
Weniger spektakulär geht’s auf der Rückseite zu. Drei Paar Eingangsbuchsen (okay,
das ist eigentlich spektakulär), ein Paar Ausgänge, eine Vier-Millimeter-Bananenbuchse
für die Erdung, ein Anschluss fürs externe Netzteil und ein Schalter für die
Betriebsspannung. Das ist in diesem Falle natürlich kein Netzschalter, weil er erst
hinter der Stromversorgung greift. Jene ist übrigens ein recht simples zugekauftes Steckernetzteil.
Nix mit Trafo, Gleichrichter und so, es handelt sich um ein modernes
Schaltnetzteil, das das Gerät mit 24 Volt Gleichspannung speist.
Ein Blick ins Gerät offenbart einen sauberen Aufbau auf zwei Platinen. Eine davon
sitzt direkt hinter der Gerätefront – die schwarz hinterlegte Acrylfront ist übrigens
sowohl robust als auch dekorativ – und beherbergt die Drehschalter-Armada, die
Eingangsübertrager und eine ganze Reihe von Filterkomponenten wie die Eingangs-
Die eigens für das Gerät gefertigten MC-Übertrager stecken auf der Platine
hinter der Front
Der Monk-Phonovorverstärker erlaubt vielfältige
Einstellungen via Drehschalter von vorn

» Kein Glücksgriff, sondern ein wohldurchdachtes und mit Augenmaß realisiertes Konzept
zu einem überaus fairen Preis. Das Ausstattungswunder von Monk-Audio klingt außerdem
kräftig, schnell und fl üssig – große Klasse.
Die Besonderheit auf der Rückseite:
Das Gerät verfügt über drei Eingänge und auf den Punkt. Kari Bremnes‘ letztes
Album „Ly“ bestätigt den Eindruck: Die Norwegerin klingt frei, frisch und entspannt,
die Instrumentierung kräftig, exzellent von der Gesangsstimme separiert und mit
ordentlich Schub aus den tiefen Regionen. Der Monk vermeidet es, dem Geschehen
eine künstliche Aura anzudichten. Er sieht genau hin, betont die Eigenarten des musikalischen
Geschehens, hat aber nichts, was sich als roter Faden durch die Wiedergabe
zieht. Letztlich dürfte es das sein, was man allgemein mit „Neutralität“ bezeichnet.
Klar, wenn man’s drauf anlegt, geht noch mehr: Der Burmester 100 langt noch etwas
zügelloser hin, spielt vor noch ruhigerem Hintergrund und lässt uns den einen oder
anderen Ausschwingvorgang noch etwas länger verfolgen – aber hier reden wir auch
von komplett anderen Dimensionen in Sachen Preis und Aufwand.
Der Monk jedenfalls hat sich seine Aufmerksamkeit redlich verdient. Eine so gut
klingende und mit einem so prallen Ausstattungspaket gesegnete Vorstufe wird
sich zu diesem Preis schwerlich andernorts finden lassen. Mir ganz persönlich machen
die drei umschaltbaren Eingänge außerordentlich viel Freude, denn das ist genau
das, was der gemeine Tester so braucht.
Holger Barske

 

Hifi & Records 03-2011

Helmut Rohrwild schreibt über den Monk Audio :

Der Monk Phono ist kein Sonderangebot, aber in Anbetracht der vielfältigen

Möglichkeiten, die wohl keinen Aspekt der Schallplattenwiedergabe unberücksichtigt

lassen, ein ganz besonderes Angebot für ambitionierte Analog-Hörer,

die ihrer Sammlung gerecht werden möchten.

Meinen herzlichen Dank an Michael Bentrup für diese außergewöhnliche Gerät.

 

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