Hifi test - Obelisk S3

Es gibt Vollverstärker, die haben in der HiFi-Szene einen legendären Ruf. Einer dieser Kandidaten ist ein jedoch eher unscheinbarer, kompakter Vertreter seiner Art: der Heed Obelisk. In der neuesten Version Obelisk Si s3 tritt er in die Fußstapfen seiner klangstarken Vorgänger – mit topaktueller Ausstattung. Gerade mal 22 Zentimeter breit, 36 Zentimeter tief und nur acht Zentimeter hoch ist dieser kleine, schwarze Kasten mit zwei prominenten Drehreglern auf der Gerätefront. Dabei ist der Obelisk Si s3 mit über 80 Watt pro Kanal an vier Ohm ein echtes Kraftpaket und klanglich eine echte Legende. Denn bereits seine Vorgänger haben reihenweise Testsiege und Lobeshymnen für highfdelen Klang abgeräumt. Warum also ein Nachfoger eines bewährten Produkts? Ganz einfach: Die Klangphilisophie ist geblieben, aber die moderne Art des Musikhörens hat Heed bewogen, dem Obelisk eine Firschzellenkur in Sachen Aussattungzu geben.

 Obelisk Si s3 Ausstattung?

Auf der Rückseite des Gerätes stehen 5 Cincheingänge, ein Cinchausgang und ein Satz kräftige Lautsprecherklemmen parat, völlig altagstauglich, aber nicht gerade überwältigend. Der eigentliche Clou der neuen Version s3 ist die Tatsache, dass man den Eingang Nummer 1 optional zum Phono-Eingang nachrüsten kann oder - für die moderne Art des Musikhörens per Streamer, PC oder Mediaserver - mit einer audiophilen D/A-Wandler-Karte bestücken kann. Der Hersteller, bzw. der deutsche Vertrieb b+t, bietet hierzu die passenden Nachrüst-Module an, die im Inneren in Steckplätzen die Funktionalität des Obelisk dramatisch erweitern. Gleich zwei verschiedene D/A-Wandler-Karten zwischen 200 und 350 Euro stehen zur Verfügung, wahlweise kann man das Gerät aber auch gleich ab Werk passend bestückt erwerben. Selbstverständlich hat Heed auch ein passendes CD-Laufwerk im Obelisk-Format im Programm; so lässt sich mit der Obelisk-Serie eine wunderschöne, audiophile HiFi-Kette im Mini-Format je nach Belieben zusammenstellen. Ein weiterer Anschluss auf der Obelisk-Si-s3-Rückseite dient der Erweiterung des Vollverstärkers mit einem externen Netzteil namens X-2 (um 800 Euro). Wird diese zusätzliche Stromversorgung (im gleichen Format wie der Si) angekoppelt, dient das Netzteil des Si lediglich zur Versorgung der Vorstufensektion, die Endstufen beziehen ihren Strom dann aus dem Extra-Power-Netzteil. Somit lassen sich die Performance und die Ausgangsleistung des Obelisk Si s3 bei Bedarf sogar zusätzlich steigern, denn diese Nachrüstlösung entlastet das zwar sorgfältig dimensionierte, aber dennoch limiterte Original-Netzteil des Vollverstärkers ganz enorm. Die Bedienung des Obelisk Si S3 ist kindererleicht: Der linke Drehknopf wählt die Quelle, der rechte die Lautstärke. Als kleiner Komfort liegt dem Obelisk Si s3 eine Fernbedienung bei, die sogar den hauseigenen CD-Transport steuern kann.

Labor und Praxis

Satte 83 Watt liefert der Obelisk Si s3 pro Kanal an vier Ohm, bei acht Ohm sind es immerhin noch saubere 55 Watt - deutlich mehr, als der Hersteller angibt. Extrem gering ist das Rauschen mit 92 dB(A), auch ist der gemessene Dämpfungsfaktor mit Werten über 180 beachtlich hoch. Im Hörraum ist der extrem solide und robust verarbeitete Obelisk Si s3 eine Wucht: Der „Kleine“ treibt selbst große Standlautsprecher mit einer beachtlichen Power auf Höchstleistung, hat Tiefbassimpulse voll im Griff und lässt sich auch von Dynamikspitzen nicht aus der Ruhe bringen. Selbst in der Standardversion ohne Zusatznetzteil X-2 spielt der kompakte Obelisk mit der gleichen Lockerheit und Souveränität wie deutlich teurere und wuchtigere Vollverstärker. Ebenfalls überzeugt der in unserem Testmuster aufgerüstete S/PDIF-Digitaleingang (mit DAC-1-Modul), der digitale Daten von einem Musikstreamer mit bis zu 24 Bit und 96 kHz in reinster Form verarbeiten konnte. Der Heed Obelisk Si s3 macht im Hörtest einfach Spaß, sein Charakter ist weder zu warm noch zu kühl, ist weder vorwitzig noch behäbig, er baut eine klar strukturierte Bühne auf und bringt jedes kleinste Detail angemessen zur Geltung ohne die Musik analytisch in Einzelteile zu zerlegen.

Fazit

Der Obelisk Si s3 ist ein echtes Kraftpaket im Schafspelz. Kompakt in den Abmessungen, aber riesengroß im Klang. Sein über Jahre gewachsenes, modulares Konzept ist blendend durchdacht und gibt seinen Besitzern die Möglichkeit, sowohl Anschlussvielfalt als auch Klangperformance noch weiter zu steigern. Mit der s3-Version des legendären Vollverstärkers Obelisk ist man für das digitale Musikzeitalter bestens gerüstet.

Obelisk SI s3 in der Image Hifi

Heinz Gelking schreibt in dem Magazin "image hifi" 2016 6 über eine Heed-Kombination aus Vollverstärker Obelisk SI S3 mit ext. Netzteil Obelisk X2 und CD-Laufwerk Obelisk DT

 Der Obelisk SI, inzwischen Serie 3, hat mich sofort wieder in der Tasche, er spielt besser denn je.

Der Vollverstärker ist auch ohne seinen Power-Trabanten (ext. Netzteil) ein Sahnestück.

Wer sofort das Komplettpaket mit externem Netzteil ordern kann, darf sich auf eine Wiedergabe freuen, deren Souveränität und Sinnlichkeit, Spielfluss und Detailfreude mit High-End für "Einsteiger" definitiv nichts mehr zu tun hat.

Es geht der Heed-Elektronik nie die Puste aus. Sie klingt größer als sie ist, fast wie eine Vor-/Endstufen-Kombination, doch gleichzeitig behänder

 

 

 

Heed Audio Elixir LP Magazin

3 Promille

Hier geht es nicht um den Blutalkoholspiegel des  Redakteurs beim Verfassen dieses Testberichts, sondern um  den Anteil am Investitionsvolumen für alle Testgeräte in  dieser Ausgabe. Oder, um es einfacher auszudrücken:  Der Heed Elixir ist verdammt günstig.

Nach Jahren der unaufgeregten Produktpflege an bewährten Geräten, dreht man bei Heed in Ungarn seit einiger Zeitfleißig an der Entwicklungsschraube –  mehrere neue Geräteserien erblickten im  letzten Jahr das Licht der Welt, wobei man  zumindest teilweise den  Weg der HiFi- Branche an sich gegangen ist und mit der  Thesis-Serie zugegebenermaßen vorzügliche, aber eben auch hochpreisige Geräte  neu vorgestellt hat. Und jetzt also der Elixir – etwas aus heiterem Himmel, aber deswegen nicht weniger willkommen. 990 Euro kostet er und kann dafür eine ganze Menge.  Wohlgemerkt: Wir schreiben das Jahr 2015 und eine anerkannte und alteingesessene Marke hat den Schneid, einen gut ausgestatteten Vollverstärker auf den Markt zu bringen, der unter 1.000 Euro kostet! Dafür gibt  es  in  Sachen  Gehäuse  nichts  Umwerfendes oder gar Riesiges – es ist eben  ein  Heed-Verstärker  mit  dem  ganz  speziellen Formfaktor: Tiefer als breit, flache  Bauweise mit nur einem großen Knopf auf  der Front. Dieser ist immerhin mit Illumination versehen, so dass man anhand eines punktuellen Lichtscheins stets die Stellung des ansonsten nicht markierten Reglers nachvollziehen kann. Zwei Taster gibt es dann noch, einen mit „In“ und einen mit „Out“ markierten.

Das funktioniert einfach: Mit dem In-Taster wechselt man der Reihe nach zwischen den vier Hochpegel-Eingängen und dem Phono-MM-Modul durch. Der Out-Taster schaltet das Signal wahlweise auf die Lautsprecher, den Kopfhörerausgang(!) oder beide Ausgänge. Zusätzlich steht an der Rückseite noch ein Paar Cinchbuchsen für einen anzuschließenden Rekorder bereit.  Alles in allem eine Anschluss-  und Ausstattungsvielfalt, die vielleicht nicht ganz an die klassischen  Vollverstärker der 70er- und 80er-Jahre  heranreicht, aber doch weit mehr, als man  heute gemeinhin findet. Habe ich schon erwähnt, dass der Elixir 990 Euro kostet? Man mag nun böswillig unterstellen, dass der Preis auf Kosten der Bauteilequalität zustande gekommen ist – und ja, es sind  nicht die teuersten Lautsprecherklemmen verbaut und auch das Lautstärkepoti  könnte  noch  etwas  besseren  Gleichlauf  haben, aber im Geräteinneren ist alles gut:  Voll diskret aufgebaut, wegen der beengten  Platzverhältnisse sogar teils übereinander,  sprechen die Platinen ein beredtes Wort  von der Professionalität Heeds.

Teilweise wurden sogar Baugruppen von den in der Nomenklatur deutlich höher angesiedelten Serien übernommen.  Das Netzteil ist anständig aufgebaut und dimensioniert und auch die Phonoplatine ist in Sachen Aufbau und Wertigkeit nicht zu kurz gekommen.  Und das wollten wir dann auch gleich mal  issen: Flugs erst einmal einen kleinen  Plattenspieler vorne und ein Paar kleine  Boxen hinten dran – fertig ist die kleine,  feine High-End-Anlage. Mit der Heed-eigenen tiefen Entspanntheit gehen die Künstler von Platte zu Werke. Sei es jetzt eine Liedermacherin wie Amy  Antin auf ihrem neuen, wieder bei  Meyer Records erschienenen  Album  „Spring Already“ oder eine ganz alte Aufnahme mit Wilhelm Furtwängler auf Audite Records – die Elixir gibt den Musterschüler der analogen Wiedergabe. Das ist nicht weiter verwunderlich, sieht man sich  einmal die Messwerte an: Im Phonozweig  gibt es eine leichte Betonung des Grundtonbereichs, dem gegenüber sich Präsenz-  und Hochtonfrequenzen leicht zurücknehmen.

Der Lohn des Soundings ist eine volle und satte Wiedergabe von Schallplatte, die  vor allem den Leichtgewichten unter den  „Brettspielern“ zu sonorer Fülle verhilft.  Das geht schon in der Minimalbesetzung mit preislich passenden Komponenten  ganz  klar  in  die  richtige  Richtung  und  klingt immer etwas größer, als es die getätigte Investition glauben macht. Unsere danach angeschlossenen dicken Masselaufwerke hingegen ließen in Sachen Bass dann kein Auge mehr trocken – das  machte  einfach  nur  noch  Spaß,  es  krachen zu lassen. Wobei ich das „Krachen“  lediglich in Sachen Dynamik verstanden  wissen möchte.

Kontrolliert und unaufgeregt bleibt der Elixir auch bei forscher Spielweise.  Mit einer vergleichsweise neutralen externen Phonostufe klang das alles natürlich noch etwas durchsichtiger und neutraler  – allerdings muss man dem Heed zugestehen, dass diese externe Einheit mehr kostet  als der ganze Elixir und vor allem, dass seine Phonowiedergabe subjektiv genau das  ist, was man von schönem Klang erwartet.  Zu guter Letzt haben wir auf der Out-Seite etwas experimentiert und gute Ergebnisse  an der Kopfhörerbuchse erzielt, bevor wir  mit den Ascendo D7 beeindruckt feststellen durften, was für ein hervorragender  Verstärker der Heed ist. Tendenziell auch an großen Schallwandlern  etwas  zurückhaltend, spielt er doch mit einem fabelhaften  Sinn fürs Detail und feine dynamische Abstufungen, um dann den Amp fürs Grobe  zu geben, wenn ein Schlagzeuger oder Pianist mal etwas mehr Nachdruck in die Bestätigung seines Instruments legt. Dabei hat er stets ein Händchen für die etwas breiter  als tief gestaffelte Abbildung, die auch un- ter Last ungemein stabil bleibt.

Fazit

Alles richtig, alles dran: Der Heed Elixir bietet zu einem scheinbar nicht mehr möglichen Preis  einen technisch ausgeschlafenen  Verstärker mit ordentlich Leistung,  hervorragendem Klang und einem  vorzüglichen Phonoteil – wer da  nicht zuschlägt, ist selber schuld!

 

Best of LP 2016

Die besten Geräte ... dürfen sich ab sofort mit dem Titel: "Best of LP 2016" schmücken.

Unser Heed Elixir hat in der Kategorie "Vollverstärker" diese Auszeichnung der Redaktion "LP" erhalten - als einziger Vollverstärker überhaupt!

 

Der Abacus

Rechenschieber

Das Prinzip von Einsen und Nullen, die irgendwie Musik machen sollen, wirkt auf manchen immer noch befremdlich. Heed zeigt aber, dass man auch mit vermeintlich einfachen Mitteln komplexe Vorgänge angehen kann.

In einer Zeit, lange bevor jeder ein Smartphone mit Taschenrechner dabe ihatte, und selbst bevor der Großteil der Menschen lesen und schreiben konnte, war es einigen Leuten trotzdem möglich, komplizierte mathematische Berechnungen anzustellen. Als Werkzeug benötigten sie dafür nur einige Holzperlen, die auf verschiedenen Stangen in einem Rahmen befestigt wurden. Das Abakus genannte Objekt wird auch heute noch von manchem verwendet und tut so schon über 4000 Jahre seinen Dienst als Rechenmaschine. Wesentlich weiter verbreitet sind aber heute natürlich computerisierte Lösungen, die die analogen Vorgänge in einem Bruchteil der Zeit vollziehen können. Auch im Audiobereich hat der digitale Umbruch viele analoge Lösungen bereits ersetzt, doch die Firma Heed möchte auch hier und heute am Geist des Abakus festhalten. So bekam der neue D/A-Wandler des Herstellers eben den Namen Abacus verliehen, denn genau bei dieser Gerätekategorie steht ein Rechenvorgang im Zentrum. Auch der Abacus ist ein komplexes Werkzeug, das auf den ersten Blick deutlich weniger kompliziert erscheint, als es eigentlich ist. Der halbformatige DAC kommt in einem äußerst soliden Vollmetallgehäuse unter, dessen Materialstärke die manch anderer Wandler deutlich übertrifft.

Optisch an den Elexir-Vollverstärker angelehnt bietet die linke Seite der Frontplatte ein übersichtliches Tastenfeld, bei dem jeder Eingang des Wandlers mit einem eigenen Knopf versehen ist. Kein Durchschalten durch eine Liste, sondern klare Vorgänge, bei denen ein Druck auf die richtige Taste umgehend zum gewünschten Ergebnis führt. Dort wo beim Verstärker das Poti für die Lautstärke sitzt, bietet der Abacus ein rundes Display, das verschiedene Informationen anzeigen kann. Puristen wählen einfach die Nummer des gewünschten Anschlusses, während Technikfans und Samplingraten-Fanatiker auch den Eingang und die Abtastrate, wahlweise mit ergänzender Einheit anzeigen lassen. Somit ist alles Wichtige immer im Blick und der Abacus bietet alle Bedienelemente, die ein D/A-Wandler braucht. Eine gern gesehene Konzentration auf eben das Wesentliche. Bei den Anschlüssen hingegen zeigt sich Heed ein wenig generöser und bietet mit optisch, koaxial und BNC gleich drei verschiedene S/PDIF-Anschlussarten. Wichtig für die HiRes-Qualitäten des Abacus ist jedoch primär der ebenfalls vorhandene USB-B-Port. Ein weiterer Anschluss kann am dafür vorgesehenen Extension-Slot später nachgerüstet werden. Fertig gewandelt finden die analogen Signale ihren Weg an einen passenden Verstärker über die beiden RCA-Buchsen. Im Innern des DAC geschieht dann die eigentliche Rechenkunst.

Dabei trennt Heed die analogen und digitalen Baugruppen mit zwei verschiedenen, handbestückten Platinen voneinander, die von einem überdimensionierten Ringkerntransformator mit Energie versorgt werden. Herzstück und Rechenzentrum eines DACs ist stets der Gewählte Chip. Heed setzt hier mit dem AK4490 auf die 32-Bit-Serie des japanischen Halbleitergiganten AKM. Gerade hier zeigt sich ein enormer Unterschied zu einem echten Abakus, denn auf einem Bauteil von nur etwa einem Quadratzentimeter Fläche werden hier viele Tausende Rechenvorgänge pro Sekunde durchgeführt. Für PCM-Formate bietet der Abacus eine maximale Abtastrate von 384 kHz bei 32 Bit, also bis zu einer Rate von 24.567 Bit pro Sekunde, aus deren Informationen dann ein analoges Signal errechnet wird. Doch auch DSD-Kompatibilität bietet der Wandler sowohl in einfacher als auch in doppelter Rate mit bis zu 5,6 MHz. Der Abacus ist dabei sogar in der Lage, das Bitstreamformat nativ, also ohne Umrechnung in ein PCM-Signal zu verarbeiten. Für beide Formatvarianten bietet der D/A-Wandler noch eine Zusatzfunktion, die nur mithilfe der Fernbedienung aktiviert werden kann. Der DAC lässt Nutzern nämlich die freie Wahl, welches Filter sie nutzen möchten.

Für PCM stehen lineare und Minimum Phase Filter jeweils in einer Variante mit hartem oder weichen Roll-of zur Verfügung, während man bei DSD entscheiden darf, ob man die Verarbeitung per Delta-Sigma-Converter oder den direkten Weg nutzen möchte. Mit ein wenig gegeneinander hören, kann man aus den verschiedenen Optionen dann die jeweils persönlich ansprechendste Variante auswählen. Im Betrieb zeigt sich durch die Bank weg, wozu ein Rechengerät wie der Abacus auch heute noch gut sein kann. Er ist einer diesen D/A-Wandler, die es schaffen, den Unterschied zwischen CD-Qualität und HiRes sofort erlebbar zu machen. Material in 16 Bit entwickelt bereits eine gute Räumlichkeit und schafft es, an den richtigen Stellen den passenden Druck zu entwickeln. Mit dem Sprung auf 24-Bit-Dateien öffnet sich das Spiel allerdings nochmals merklich. Die Bühne erhält mehr Tiefe, das Spiel etwas mehr Kontur. Percussion-Instrumente treffen genau den Punkt und es entwickelt sich ein toller, energetischer Flow. Stimmen und Klaviere schweben sacht im Raum und die Detailausbeute steigt linear zur genutzten Abtastrate. Insgesamt präsentiert sich der Abacus vielleicht eher als Feingeist, zeigt teils eine leichte Zurückhaltung im Bass, überzeugt aber sowohl bei Klassik und Jazz, wie auch bei Rock und Pop.

Trotz seines eher einfach gehaltenen Äußeren lassen sich mit dem Abacus also sehr komplexe Vorgänge vollziehen, an deren Ende ein wunderbares Klangerlebnis steht. Ganz ohne Kopfrechnen wird hier aus Einsen und Nullen wieder Musik gemacht.

Fazit

Wenige Geräte machen die Unterschiede, die es bei digitalen Aufnahmen gibt, so deutlich wie der Heed Abacus. Mit der klanglichen Steigerung bei HiRes gegenüber CD-Qualität macht der DAC mehr als deutlich, dass modernes HiFi eben doch mehr ist als Einsen und Nullen.
 

Thesis Lamda,Pi und Gamma LP Magazins

Griechisches Roulett

Herr Holger Barske schreibt in der Zeitschrift "LP" in Ausgabe 2016 04 über die Vor- Endstufenkombi mit Zusatznetzteil Heed Thesis Lambda, Gamma und Pi:

Das größte Problem besteht in der Erwartungshaltung: Man will den Minikomponenten einfach nicht zutrauen, wie richtig schweres Gerät klingen zu können. Ein Fehler.

...freuen uns über das völlig losgelöste, frei im Raum treibende sphärische Geschehen.

Der Anschluss des Zusatznetzteils bringt sogar bei dieser Art von Musik erstaunliche Veränderungen mit sich: Das Klangbild wirkt nochmals merklich größer, es wabert nunmehr sogar glaubhaft hinter dem Zuhörer.

Es tönt grundtonstark, sehr rhythmisch und ausgelassen. Das ist definitiv das Gegenteil eines strengen transistortypischen Klangbildes: Hier läufts einfach.

... entfalten sie nämlich ihr ganzes Potenzial in Gestalt von Wucht und Spielfreude, gepaart mit einem erfreulichen Maß an Transparenz.

Wenn man eine ganze Weile mit dem Zusatznetzteil an der Vorstufe gehört hat, dann ist der Weg zurück kein ganz einfacher: Der Klang verliert Drive und Weite. Von daher haben wir es hier mit einem Upgrade zu tun, das seinen Namen auch verdient. Tolle Kombi!

Unterm Strich...

Auch wenn man´s ihnen nur bedingt ansieht: Das sind echte Spitzenmodelle.

Die Heed-Verstärker klingen wunderbar lebendig, ungekünstelt und machen Musikhören zum Vergnügen allererster Klasse.

Besser geht´s doch gar nicht!

 

HIFI STATEMENT Heed Obelisk Si S2 mit X-2

Der berühmte Verstärker für die einsame Insel! Egal, was man an den Obelisk verfüttert, er macht

auf seine involvierende, hochmusikalische Art immer Musik daraus. Dabei erinnert er klanglich an

gute Röhrenverstärker, ohne aber deren technische Nachteile und Verfärbungen zu übernehmen.

Solo ein herausragender Verstärker, mit dem Netzteil X-2 ein musikalischer Knaller mit

extrem gutem Preis/Leistungsverhältnis.

Hier geht es zum kompletten Testbericht 

 

Hifi Eins Null 6-2013 Obelisk DT und DA

 

 Heed hat eigentlich jeder schon mal gehört, der sich ernsthaft mit dem Th ema HiFi auseinanderge-setzt hat. Das in Budapest beheimatete Unternehmen ist für die nett ausseh-enden kleinen HiFi-Bausteine verantwortlich, die eigentlich immer weitaus mehr leisten, als das kleine Gehäuse vermuten lässt, und gerade hinsichtlich Design den modernen Zeitgeist treffen. Die Bezeichnungen richten sich hier streng nach Typ, der „DA“ ist eindeu-tig als der D/A-Wandler zu identifizieren und „DT“ lässt auf „Transport“, also auf das Laufwerk schließen. Beide kommen in ähnlichen, kompakten Behausungen und sind, wenn man sie nebeneinanderstellt, ungefähr so breit wie ein handelsüblicher CD-Player.Der Heed DT ist tatsächlich ein reinrassiger Transport und bietet dementsprechend nur einen optischen und einen elektrischen Digitalausgang. Seine wahren Werte sind, wie könnte es anders sein, im Inneren zu suchen und zu fi nden. Das habe ich auch nicht nur öde dahingesagt, sondern kann dies ordnungsgemäß begründen. Die Stromversorgung wirkt angesichts der geringen Leistungen, die hier verbraten werden, äußerst größzügigdimensioniert für manche, doch das kann janie schaden. Getrennte Spannungsabgriff e für sind für das Sanyo-Laufwerk und die digitale Signalverarbeitung reserviert, der Aufbau dieses Laufwerks ist absolut solide, hochwertig und hält technisch ein paar Besonderheiten bereit, die man selten sieht. Das vom Laufwerk erfasste Signal wird in einen kleinen Signalprozessor gegeben,der mit seinen 27 MHz schnell genug ist, um die zugeführten Daten zigmal auf Zeitrichtigkeit zu prüfen und Jitter zu entfernen. Zusammen mit dem Durchlaufen eines 32-MB-Speichers soll man ein ziemlich zeitstabiles Si-gnal erzeugen, das dem Wandler zur Verfügung gestellt wird. Bis zu 500-mal weniger Jitter hat man durch diese Maßnahmen erreicht – so zumindest der Hersteller.Der optisch und technisch einwandfrei passende Wandler nimmt nun gern die Signale des Transports entgegen und bietet obendrein noch eine Menge Konnektivität für weitere Quellgeräte – ausschließlich digitaler Natur, versteht sich. Eine asynchrone USB-Verbin-dung für Computer gehört natürlich heutzutage für viele dazu, allerdings muss man sie hier nicht zwingend mitbezahlen, denn USB wird quasi als Option angeboten. Ich selbst bestehe auf dieser Verbindung, Unter Windows braucht es natürlich wie immer Treiber, um auf die USB-2.0-Kompatibilität zu kommen, die für die 192 kHz nötig ist. Die findet man auf der Homepage unter „Support“ und „Downloads“. Die Installation dauert zirka fünf Minuten, danach muss man sich nie wieder um sie kümmern. Welche Verbindung Sie auch immer nehmen, das Signal fließt in einen Cirrus-Logic-S/PDIF-Receiver, der sich auf dem Herzstück des DA, der „Dactil 1.2“ genanntenTochterplatine, die senkrecht im Inneren des DACs angebracht wurde, befi ndet. Wichtige Bausteine auf ihr sind der Wolfson-DAC-Chip, der bereits erwähnte Receiver von Cirrus Logic, der das ankommende S/PDIF-Signal erstmal auftrennt und dem WM8741-DAC ein I2S-Signal liefert, schön sauber nach Wort, Bit- und Daten-Takt getrennt. Und wenn man ihn schon mal off en vor sich liegen hat, kann man sich gleich auch mal an das Umschalten der Digitalfi lter machen, denn das wird hier im Gerät per Jumper vorgenommen. Hier werden zwei verschiedene analoge Ausgangsfi lter angeboten, die unterschiedlich steil am Signal arbeiten und dem Besitzer die Auswahl zwischen fl acher Filterung mit wenig Pre-Ringing und steiler, gnadenloser Herangehensweise geben, die dann natürlich ein paar Vorschwinger erzeugt. Wie die sich klanglich auswirken, kläre ich noch kurz, ich habe in der Vergangenheit bei fast jedem D/A-Wandler die Erfahrung gemacht, dass der fl ache Filter etwas besser klingt. Wahrscheinlich ist es hier auch so, komme ich noch zu.Der Heed DA hat als weitere kleine Besonderheit zwei Paar analoge Cinchausgänge, von denen einer ein normales 1,5-Volt-, der andere ein mit 2,5 Volt etwas kräftigeres Signal herausgibt. Damit will man speziell lange Kabel noch treiben können und die Erfahrung lehrt außerdem, dass man ruhig mal mit den Buchsen experimentieren sollte – da kann sich klanglich einiges tun.Natürlich musste zunächst aber der Vergleich zwischen der CD selbst und einem ordnungsgemäßen Ripund ebenso ordnungsgemäßer Wiedergabe über den Computer her. Gerippt wurden die Testscheiben mit dbpoweramp in AIFF, die Wiedergabe erfolgte mit JRiver in der aktuellen Version 19 und dem Plugin „JPlay“. Erfahrungsgemäß ist das aus klanglicher Sicht mit das Beste, was man softwareseitig machen kann. Da musste sich der Heed DT ganz schön strecken, um heranzukommen. Doch es war mal wieder wie so oft: Der Rechenbach freut sich über die knackige, sehr spritzig klingende Wiedergabe des Computers und denkt sich, dass das olle Laufwerk im nächsten Schritt ganz schön alt gegen den hochgezüchteten Rechner aussehen wird. Blöd war nur, dass er staunen musste. Der DT holte nämlich tief Luft und schaffte es problemlos, auf Augenhöhe mitzuspielen. Ich konnte ja recht komfortabel per Fernbedienung einfach die beiden Eingänge (USB und S/PDIF) umschalten und direkt vergleichen und muss sagen, dass ich komischerweise kaum Unterschiede heraushören konnte. Der Aufwand, der hier betrieben wurde, um den Jitter des DT zu minimieren, hat sich off ensichtlich gelohnt. Das ist ja eigentlich ganz nett, denn so muss derjenige, der sich vor dem Rippen von CDs fürchtet oder keine Lust darauf hat, sich nicht ärgern, dass der Computer-Audiophile bessere Klänge aus dem DAC zaubert als der Anhänger des (immer funktionierenden und ohne Computer im Rack auskommenden) CD-Laufwerks. Das ändert sich zwar ein wenig, wenn man mal ein paar hochaufgelöste Dateien aus dem Rechner schiebt, doch gibt es ja noch relativ wenige Hochbit-Downloads, die tatsächlich hörbar besser sind als eine gute CD-Version des Albums. Wenn man das hat, kann man sich allerdings tatsächlich auf noch etwas souveränere Wiedergabe und meistens auch mehr Details freuen. Ich habe übrigens nur ganz kurz den schwachbrüstigeren Cinch-Ausgang des DA verwendet, denn der „Direct“-Ausgang klingt agiler, off ener und war dann schlussendlich der, den ich den Rest des Hörtests nutze, auch wenn meine Kabel schön kurz waren. Die Option ist ja sicher nett, allerdings hätte mir persönlich ein Ausgang mit den 2,5V allein völlig gereicht. Der klangliche Einfl uss der umsteckbaren digitalen Filter ist übrigens auch vorhanden, wenn auch nicht mit allen Musikstücken nachvollziehbar. Ich habe mit Youn Sun Nahs „Lento“ ein wenig mehr Crispness beim steilen Filter ausmachen können, manchmal neigt er dazu die Musik etwas agiler wiederzugeben, doch „analoger“ und vor allem alltagstauglicher ist das „bei mir voreingestellte“ flache Digitalfi lter. Ich sage Ihnen also, dass Sie den Aufwand nicht unbedingt betreiben müssen, das Gerät zu öff nen und auf ein anderen Filter zu jumpern – es ist alles gut so, wie es ist.Das schöne Fazit heißt ja unabhängig davon, dass diese Kombi für jeden etwas bereithält. Ich bin jedenfalls wieder ein wenig Fan vom Musikkonsum von CD geworden. Man darf ja nicht vergessen, dass das Abspielen per Computer nicht immer jedermanns Sache und auch manchmal mit gewissen Komplikationen verbunden ist. Es tut gut, dass sich in vernünftigen Preisklassen wieder richtig gute Laufwerke tummeln,der Heed DT ist zweifelsohne eines davon. Und sogar eines, das einen Klangcharakter besitzt, der einnehmend ist und einem die Musik ganz nahe bringt.

 Christian Rechenbach

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 „Die beiden Obeliske von Heed haben mir wieder den Spaß am CD-Hören zurückgeholt. Klar, mit der USB-Option kann man immer auch mit einem Computer und dem Heed DA wunderbar musizieren, doch freue ich mich, dass das Laufwerk klanglich absolut mithalten kann und dem Computer-Muffel zumindest garantiert werden kann, dass er keine Klangverluste hinnehmen muss, wenn er auf seinen Scheiben besteht.“

 

Heed Obelisk DT und DA Laufwerk-Wandler-Kombination in Image Hifi

 Traumwandlerisches Rhythmusgespann

..sehr musikalisch abgeschmeckte Schaltungen, hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis,

 gute Verarbeitung und platzsparendes Design - der Stoff, aus dem die audiophilen Träume des kleineren Geldbeutels gemacht sind.

 Der Blick ins Innenleben (des Obelisk DT) hinterlässt, dies gilt auch für den Obelisk DA, einen außerordentlich positiven Eindruck. Hier finde ich beim besten Willen nichts zu 

mäkeln: vorbildliches Platinenlayout, makellos ausgeführte Verschraubungen, Steckkontakte und Lötstellen.

Mit dem vom b+t hifi vertrieb empfohlenen Van Den Hul "The Sea" wurde es auf einen Schlag spannend: ...lief der Heed Obelisk DA zur Hochform auf. Das Klangbild wurde dynamischer und natürlicher. Ein großer Raum mit realistischer Tiefenstaffelung tat sich vor mir auf, der Hochtonzeigte sich von einer seidigen, gut aufgelösten Seite, ohne Spuren von Härte...

Ebenfalls überrascht mich, wie musikalisch und dabei detailverliebt das Heed-Pärchen zu Werke geht, ganz gleich welche Kost den beiden dabei vorgesetzt wird.

Die Kombination aus Heed Obelisk DA und DT hält das komplexe Geschehen mühelos zusammenund setzt die richtigen grob- und feindynamischen Akzente.

...muss man der ungarischen Manufaktur für den erfolgreichen Versuch, den Heed-Geschwistern

eine analoge Klangausrichtung zu verleihen, ein Kompliment machen:

Aber wer "mehr" will, muss - wenn wir die Kombination aus Obelisk DT und Obelisk DA als Maßstab nehmen - deutlich tiefer in die Tasche greifen. Ein Investment, das wohlüberlegt sein will - angesichts eines dermaßen stimmigen Gespanns!

 

LP Magazin Ausgabe 01-2012

Thomas Schmidt über den Obelisk Si:

Meine Empfehlung richtet sich erst einmal an die Hifi-Freunde mit schmalem Geldbeutel:

Mit einen Verkaufspreis von 1290,- Euro ist der Heed Obelisk einer der Letzen einer aussterbenden Spezies:

Bezahlbare Vollverstärker mit Anspruch auf höhere musikalische Weihen. Mit dem Gerät als Zentrale einer kleinen Anlage kann man eine lange Zeit sehr zufrieden Musik hören - und wenn einem der Sinn nach mehr steht, dann hat man vielleicht schon genug zusammengespart, um sich das X-2 zu leisten, mit der man eine noch längere Zeit mit vielleicht dann auch größeren Boxen wiedrerum noch zufriedener Musik hören kann.

Kein Verstärker für die ewig Umbauenden und Suchenden, sondern einer, der bleibt. Und ich - trotz aller äußeren Unscheinbarkeit- werde den Heed Obelisk ganz sicher in Erinnerung behalten, und zwar in allerbester.

Unterm Strich....

Unscheinbar, technisch perfekt und vor allem bezahlbar. Der Heed Obelisk Si ist der Vollverstärker für den Klangfreund und Musikgenießer, der sich genau einmal etwas Richtiges anschaffen will, um dann Ruhe zu haben. Und wenn es dann noch einmal juckt, kann er immer noch aufrüsten.

Kompletter Testbericht

Hifi & records 02 / 2008

Der Heed Obelisk Si ist ein ganz feiner Vollverstärker, der schon im Alleingang zu überzeugen weiß. Verstärkt um das optionale X-2 Netzteil reicht sein klangliches können weit über seine Preisklasse hinaus. Wer den Klang über die wenig opulenter Optik stellt, kann mit dem Obelisk Si fraglos glücklich werden. Der Heed ist ein Understatement in Reinkultur – und verdient eine ganz, ganz dicke Empfehlung!

Helmut Rohrwild

Fairaudio 2011 In the Heed of the Night

Juli 2011 / Frank Hakopians

Ein Vollverstärker! Diese Gerätegattung habe ich seit Mitte der 1990er Jahre so ziemlich außen vor gelassen. Warum? Genau weiß ich es eigentlich auch nicht.

Es mögen wohl die landläufigen Begründungen sein, wie die doppelt vorhandene und damit aufwändigere, bessere Stromversorgung der Einzelkomponenten einer Vor-/Endkombi. Oder die getrennten Gehäuse, die Funktionsgruppen vor Einstreuungen untereinander besser schützen. Nicht zuletzt wohl auch ein gewisser Prestigegewinn, der den Einzelkämpfern gegenüber den integrierten Lösungen anhaftet. Doch gibt es auch positive Aspekte eines integrierten Verstärkers: Zu nennen wären der gewiss kürzere Signalweg, die eingesparten NF-Kabel und die optimale Anpassung der Bauteilgruppen des Verstärkers aneinander. Wie auch immer, jetzt hat das Schicksal ja zugeschlagen in Form eines Heed-Obelisk-Si-Vollverstärkers.

Ein Vollverstärker? Der Heed kommt nicht allein. Vielleicht hätte ich die freundliche, die Lieferung ankündigende E-mail besser zweimal lesen sollen. Dann hätte ich wahrscheinlich gewusst, was sich in dem zweiten, einem eineiigen Zwilling des ersten nicht unähnlichem Karton verbirgt, den Stefan Becker, Chef des B&T Hifi-Vertriebs (www.bt-vertrieb.de), in meinen Hörraum wuchtet. Doch zunächst keimt noch die leise Hoffnung auf, es möge doch alles ein Missverständnis sein und natürlich befände sich eine Vor-Endstufenkombination in den beiden Kartons. Aber Herr Becker belehrt mich eines Besseren.

Es handelt sich tatsächlich um einen Heed-Obelisk-Si-Vollverstärker. Die andere Verpackung enthält das Zusatznetzteil Obelisk X2. Damit ist der Vorteil einer Platz sparenden Eingehäuselösung natürlich dahin, wenn man das als Vorteil betrachten will. Aber ein doppelt so kräftig ausgelegter Trafo und eine erkleckliche Summe an zusätzlicher Siebkapazität, das passt ganz gut in mein hifideles Weltbild. Als mir Herr Becker auch noch erklärt, dass nach Anschluss des Zusatznetzteils der bereits im Obelisk verbaute 150-Watt-Ringkerntrafo sich nun alleine um die Vorstufensektion kümmert, während das externe Netzteil mit seinem 300 Watt leistenden Trafo, ebenfalls einem Ringkerntyp, sich völlig auf die Versorgung der Endstufe konzentriert, dämmert es mir langsam, dass es sich hier nicht um einen der handelsüblich-simplen Feld-,Wald- und Wiesenverstärker handelt.

Die beiden Probanden, der Vollverstärker Obelisk Si und das Netzteil X2 stehen mit 1.290 Euro beziehungsweise 799 in der Preisliste. Wer sofort beide Geräte anschafft erhält einen Kombinationspreis und zahlt so nur 1.949 Euro.

Gefertigt werden die Heeds in Ungarn. Da die Historie der Komponenten bereits anlässlich eines Tests der Obelisk Vor-Endstufenkombination im Mai 2010 in fairaudio ausführlich dargestellt wurde, bitte ich, bei Interesse dort nachzulesen.

Ausgepackt stehen zwei Quader von genau 22 x 8,5 x 32,3 cm vor mir. Die Gehäuse aus schwarzem Stahlblech mit Acrylfront machen einen soliden und gediegenen Eindruck. Nichts von Garagenbastelbude. Der Vollverstärker gibt sich mit zwei großen runden Bedienelementen aus Aluminium zu erkennen - Quellenwahl und Lautstärkeregler. Die erste Stufe des Eingangswählers dient als Mute-Funktion - die jeweilige Reglerstellung wird durch eine, angenehmerweise nicht zu hell leuchtende, blaue LED markiert. Das Netzteil hat, außer einer Betriebskontrollleuchte, keine Bedienelemente auf seiner Front. Der Netzschalter befindet sich, ebenso wie beim Obelisk Si, auf der Rückseite.

Der Vollverstärker bietet in seiner Grundversion rückseitig fünf Hochpegelquellen über klassengemäße Cinchbuchsen Zugang. Die Vorstufensektion entlässt bei Bedarf ihr Signal über einen entsprechenden Ausgang. So kann beispielsweise eine zusätzliche, sich im Programm des Vertriebs befindliche Stereoendstufe angeschlossen werden, was den Obelisken zu echtem Bi-Amping befähigt. Alternativ lässt sich dieser Ausgang mittels internem Jumper auch als Tape-Ausgang konfigurieren. Intern gibt es noch Platz für ein optionales Phono- oder Wandlerboard. Allerdings sind diese bei meinem Gerät nicht verbaut und entziehen sich daher meinen Betrachtungen.

Neben den als Schraubterminals, welche auch Bananensteckern problemlos Anschluss gewähren, ausgeführten Lautsprecherausgängen und einer Erdungsklemme gibt es noch einen vierpoligen Anschluss, welcher im Urzustand mit einem Abschlussstecker versehen ist. Will man das Zusatznetzteil in Betrieb nehmen, muss der Stecker raus und das Netzteil wird genau hier mit dem Obelisk verbandelt. Dabei bleibt das Netzkabel des Vollverstärkers eingesteckt, da die Vorverstärkersektion über den internen Trafo ja weiter mit Strom versorgt werden muss. Die Endstufenabteilung darf sich jetzt aber durch den Ringkerntransformator des externen Netzteiles X2 besser versorgt wissen. Dazu später mehr.

Ach ja, bevor ich es vergesse: Es gibt eine Fernbedienung. Nichts Handschmeichlerisches, sondern Plastik im Checkkartenformat. Sie dient einzig der Lautstärkeeinstellung. Quellenwahl und Muting müssen weiter am Gerät vorgenommen werden. Anders wäre es bequemer, aber wegen der guten Anfassqualität der Bedienelemente beschwere ich mich nicht. Der Heed Obelisk in der Si-Version leistet solo 35 Watt an 8 Ohm und derer 60 an 4 Ohm. Gepusht durch das Zusatznetzteil sind es schon etwas üppigere 50 Watt an 8 Ohm beziehungsweise 80 Watt bei halbierter Impedanz.

Wir haben es also nicht mit einem richtiggehenden Leistungsmonster von Verstärker zu tun. Eher schon mit einem der Understatementklasse. Ob durch die Art der Verstärkerschaltung, einem nicht DC- gekoppeltem Schaltungskonzept, wirklich eine Ähnlichkeit zu den in der Produktbeschreibung erwähnten Röhrenwatt besteht, welche nach „allgemeiner HiFi-Logik“ doppelt zu zählen sind, wird sich zeigen. Ich würde trotzdem dazu raten, bei der Lautsprecherauswahl auf Wirkungsgradzwerge und Impedanztiefstapler nahe der Kurzschlussgrenze zu verzichten. Wenn es dann passt, soll ja, so der legendäre Nelson Pass, das allererste Watt für die Klangqualität eines Amps verantwortlich sein. Hoffen wir also, dass sich von den 35 respektive 50 Watt des Obelisk zumindest eines bemüht sieht, akustisch Großes leisten zu wollen ...

Im Hörraum findet der Heed mit der Kharma Ceramique 3.2 einen eher leicht zu betreibenden Partner vor. Ihre hohe Impedanz von 6 Ohm und ein Wirkungsgrad um echte 90 dB machen es dem kleinen Verstärker nicht schwer, sich ins rechte Bild zu setzen. Obwohl nagelneu und nur einige Tage zur Eingewöhnung am Netz gelassen, spielt der Obelisk frisch und unbeschwert auf. Respekt vor dem mehrfach teureren Lautsprecher scheint er nicht zu kennen. Allerdings würden die Kharmas tonale Ungereimtheiten und fehlendes Temperament ihrer Mitspieler auch gnadenlos ins akustische Licht zerren, sie gehen beileibe nicht mit allen Verstärkern eine vorteilhafte Liaison ein.

Die erste Scheibe, welche in das CD-Laufwerk von Steinmusic wandert, ist Castel del Monte. Eingespielt im Jahr 2000 vom französischen Tubaspieler Michel Godard und einigen Mitstreitern, wie dem italienischen Klarinettisten Gianluigi Trovesi. Eine Mischung aus Folklore, Jazz und mittelalterlichen Klängen. Aufgenommen wurde im berühmten Castel del Monte in Apulien. Vielleicht ist es die etwas krude Mixtur der Stile, vielleicht die ungewöhnliche Akustik des Aufnahmeorts, die den Hörer schon bald in bisher unbekannte (Klang-)Welten entführt. Jedenfalls haftet dem Werk etwas Geheimnisvolles, fast Mystisches an. Ach ja, die Qualität der Aufnahme muss sich vor nichts und niemanden verstecken. Allerdings artet die Vielzahl der akustischen Instrumente so manches Mal in einen irren Klangstrudel aus, der mich an eine sizilianische Tarantella erinnert. Hier ist bestes Auflösungsvermögen - klangfarblich wie räumlich - gefordert. Ansonsten droht ein veritabler Klangbrei. Der Obelisk entgeht dieser Falle. Es macht ihm sogar richtig Spaß, einzelne Instrumente und Stimmen aus dem Tutti zu schälen und sich im nächsten Augenblick wieder ganz dem Großen, Gemeinsamen zu widmen. Und weil das Ganze auch dynamisch durchaus ansprechend dargeboten wird, habe ich während dieser Hörsession Castel del Monte tatsächlich zweimal von Anfang bis Ende gehört.

Ach, könnte man solche Sternstunden beliebig oft wiederholen. Dass dies auch mit sehr gutem Equipment keineswegs immer und zu jeder Zeit gelingt, dürfte den meisten unter uns Hobby-Hifiisten nur allzu schmerzlich bekannt sein. Mal verhindert ein stark belastetes Stromnetz, mal ein oxidierter Stecker den klanglichen Höhenflug. Auch unsere eigene mentale Verfassung kann die Ursache für ein suboptimales Hörerlebnis sein. Die Möglichkeiten, eine audiophile Bruchlandung zu erleiden sind vielfältig. Allerdings scheint mir der Heed Obelisk nach diesen ersten Hörerfahrungen als Ursache eventuell ausbleibenden musikalischen Genusses auszuscheiden. Was heißt „scheint“? Das glatte Gegenteil dürfte eher zutreffen.

Wann hat zuletzt ein Integrierter meine Aufmerksamkeit dermaßen erregen können? Es muss so um 1992 gewesen sein und es war ein Brite, ein Camtech V101. Mit ihm hatte ich etwas wie ein, ich weiß nicht wie ich es sonst nennen soll, „highendiges Erweckungserlebnis“.

Meine bisherigen Verstärker aus dem Land der aufgehenden Sonne vom Typ Luxman, ein L190 und später sein größerer Bruder der L 410, spannten die Hifiwelt eher eindimensional zwischen den Lautsprechern auf. Ich kannte es nicht anders und war zufrieden. Beide waren natürlich Testsieger der damals angesagten Fachzeitschriften. Irgendwie kam ich dann an diesen englischen Vollverstärker und verband ihn mit meinen schlanken Zweiwegelautsprechern, deren Ursprung irgendwo in der Selbstbauszene lag.

Gespannt legte ich in meinen damaligen Sony-CD-Spieler eine gerade neuerworbene CD ein - Belafonte at Carnegie Hall. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt allerdings noch keine Ahnung, um was für ein Konzert es sich dabei handelte und das Entstehungsjahr 1959 beäugte ich mehr argwöhnisch als erwartungsfroh. Mit dem Druck auf die Playtaste wurde alles anders. Auf einmal gab es eine Bühne mit einer fast physisch fassbaren Ausdehnung. Dazu gesellte sich die Vorstellung einer Raumtiefe und einer ebensolchen Höhe. Wenn Belafonte einen Hüpfer machte, dann vibrierte die Holzbühne unter seinen Füßen. Wenn er „Sylvie“ in die Menge rief, dann füllte sich der Raum mit der ganzen Energie seiner Stimme. Und wenn das Auditorium Beifall klatschte, dann war es, als säße ich mitten drin. Wow, damit hatte ich nicht gerechnet. Ohne irgendeinem Halluzinogen zu nahe gekommen zu sein, hatte ich eine Vision. Die Vision dabei zu sein, bei einem Konzert aus einer Zeit Jahre vor meiner Geburt. An diesem Nachmittag bekam ich eine Vorstellung davon, wozu Highend-HiFi fähig sein könnte und verfiel dieser Idee. Na, wieder erkannt? Wenigstens ein bisschen?

Jetzt kommt erst mal Harrys einzigartiges Livedokument auf den Plattenteller. Natürlich nicht einzigartig im Sinne des Wortes, gibt es da ja noch das Nachfolgekonzert von 1960 „Belafonte returns to Carnegie Hall“, welches klanglich und künstlerisch dem Erstling keineswegs nachsteht. Inzwischen ist natürlich auch klar, welche Klangjuwelen diese beiden Belafonte-Konzerte darstellen. Und bitte, mir liegt keineswegs daran, Eulen nach Athen zu tragen, aber vielleicht gibt es ja unter der geneigten Leserschaft ein paar Jüngere, die wie ich anno 1992, dankbar für einen Tipp in diese Richtung sind. Viele, die Harry Belafonte hauptsächlich mit dem Bananaboat-Song identifizieren, werden nicht so ohne Weiteres auf den Gedanken verfallen, es bei den beiden über fünfzig Jahre alten Aufnahmen mit zwei der eindrucksvollsten Liveaufnahmen der Musikgeschichte zu tun zu haben.

Dass dem so ist, macht der Heed nachdrücklich deutlich. Der Sänger steht fest umrissen auf der Bühne. Er bewegt sich nach links, nach rechts, nach vorne, nach hinten. Belafonte mutiert zu einem regelrechten Wirbelwind. Einem Entertainer, der ständig mit seinem Publikum kommunizieren muss und will. Und genau das wird über den Heed Si auch absolut mitreißend dargestellt. Er lässt Spannungsbögen intakt und folgt den gelegentlich abrupt erscheinenden dynamischen Änderungen in Belafontes Gesang akkurat und präzise.

Bei dem dann eher kontemplativ vorgetragenen „Danny Boy“ stellt sich bei mir regelmäßig eine wohlige Gänsehaut ein. Auch jetzt bemüht sich Harry meine Erwartungen zu erfüllen, allerdings ist er heute ein klein wenig unkonzentrierter bei der Sache als sonst. Das Atemgeräusch zwischen den Zeilen des Liedes erscheint ungewohnt verhalten und leise, obwohl die Aufnahme hier sehr nahe am Sänger erfolgt sein muss. Die häufig empfundene fast sakrale Intensität des Vortrages leidet ein wenig. Verlange ich nun doch zuviel? Bisher hatte der eingebaute Trafo Vor- und Endverstärkersektion gleichermaßen mit Strom versorgt. Jetzt scheint der Moment gekommen, den zusätzlichen Versorger an den Obelisk Si anzuschließen.

Gesagt, getan und prompt singt Harry wieder mit der gebotenen Inbrunst. Nach einer kurzen Zeit des Eingewöhnens ist mir, als ob sich eine gewisse Vordergründigkeit, die dem Klangbild des Heed solo noch innegewohnt haben mag, verflüchtigt hat. Deutlich konzentrierter geht die Obelisk-X2-Kombi nun zu Werke und hat dafür ja nun auch ein paar Watt zusätzlich zur Verfügung. Eine größere Ernsthaftigkeit liegt nun in der Performance, die Heeds spielen mehr auf den Punkt. War der Klang zuvor unverbindlicher, aber auch sympathisch locker, so scheint der Obelisk mit Zusatznetzteil nun den Vergleich mit Vor-Endstufenkombinationen herausfordern zu wollen.

Jetzt schlägt die Stunde Gustav Mahlers, der sicher wegen seines tiefgründigen sinfonischen Oeuvres vielen ein Begriff sein dürfte. Kaum einer versteht es so wie er, in seinem sinfonischen Werk zwischen klein besetzten, fast kammermusikalischen Episoden und vehement brachialen Einsätzen des Orchesters zu changieren. Um den speziellen Reiz dieser kontrastreichen Musiksprache verlustfrei umzusetzen, werden hohe Ansprüche an die Elektronik gestellt. Neben der Fähigkeit zur Auflösung feinster Verästelungen sind es vor allem die mikro- und makrodynamischen Möglichkeiten eines Verstärkers, welche auf den Prüfstein kommen. Eine meiner bevorzugten Aufnahmen ist Mahlers 5. Sinfonie mit dem Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt unter Eliahu Inbal. Da nur ein einziges Stereomikrophon für die Aufnahme verwendet wurde, entsteht ein sehr räumlicher, der Situation im Konzertsaal ähnlicher Klangeindruck. Diese One-Point-Aufnahmen der Firma Denon sorgten in der Zeit ihrer Entstehung in den frühen 1990 Jahren für reichlich Furore. Auch heute noch gehören sie für mich zu den Sternstunden der CD-Aufnahmetechnik.

Inbals Aufnahme punktet mit teilweise fast bedrohlich wirkenden Dynamiksprüngen. Nur sehr leistungsfähige Elektronik, gerne im mehrere hundert Wattbereich, sollte in der Lage sein, diese ohne jegliche Kompressionseffekte nahe am Original wiederzugeben.

Nun, Originallautstärke habe ich dann meinen Lautsprechern doch nicht zumuten wollen. Ihre keramischen Membranen können bei Überlastung regelrecht zerbrechen. Trotzdem wurde es laut. Ziemlich laut sogar. Das, was der Heed Obelisk in Teamarbeit mit dem Netzteil X2 an die Lautsprecherklemmen ablieferte, war mehr als nur genießbar. Schon zu Beginn des ersten Satzes gelang es ihnen, das für die Fünfte charakteristische Trompetenmotiv plastisch in den Raum zu zaubern. Wenn kurz danach das Orchester mit ganzer Kraft einsetzt, behält der Klangkörper ein glaubhaftes Volumen. Kein plötzliches Verwischen der Konturen oder dynamisches Einbrechen war zu bemerken. Über die gesamte Spieldauer behielt der Obelisk den Überblick und die Kontrolle über das Klanggeschehen. Wer es nicht mutwillig übertreibt, wird auch bei großorchestralen Werken seine Freude an den Heeds haben. Vielleicht sollte ich noch etwas Bruckner…?

Mehr Verstärker braucht eigentlich kein Mensch. Dieser plakative Gedanke kam mir während der Wochen, in denen ich den Heed Obelisk hören durfte, mehrfach in den Sinn. Warum? Der Heed, ob mit oder ohne Netzteil X2, klingt einfach wenig nach Technik und viel nach Musik.

Dabei verrichtet der Obelisk seinen Job im besten Sinne unauffällig. Klanglich schön neutral, sicher auf der imaginären Linie zwischen barocker Üppigkeit und dürrer Klangästhetik balancierend. Vielleicht einen kleinen Hauch mehr auf der schlanken Seite, würde der Röhrenliebhaber in meinem Herzen zu bedenken geben. Aber auch wenn er nicht völlig verheimlichen kann, seine Kraft aus Transistoren und nicht aus Glaskolben zu schöpfen, so geht er dabei immer diskret, fast würde man sagen „gentlemanlike“ zu Werke. Vielleicht ist das seinen englischen Genen zu danken. Übertriebene Analytik ist jedenfalls genauso wenig sein Ding, wie das Ausdünsten diffuser Klangwolken. Wer den ganz besonderen Kick, die ultimative Lautsprecherkontrolle oder ein Dynamikwunder sucht, muss sich allerdings woanders umsehen. Nur kann man das einem Gerät für unter 1.300 Euro beim besten Willen auch nicht ankreiden.

Seine mit 50 Watt nicht wirklich üppige Leistungsabgabe rät zur Einhaltung gewisser Forderungen bei der Wahl der Lautsprecher bezüglich Wirkungsgrad und Strombedarf. Ein Wirkungsgrad von 90 dB oder mehr und eine Impedanz nicht unter 4 Ohm helfen dem Obelisken seine klanglichen Qualitäten ins rechte Licht zu setzen. Daran konnte letztlich auch das Zusatznetzteil nur wenig ändern. Dessen Meriten sehe ich mehr im Zugewinn an Impulstreue und Kontrolle, weniger in purem Kraftzuwachs. Dennoch und gerade auch deshalb würde ich mich, vor die Wahl gestellt, für die Kombination mit dem X2-Netzteil entscheiden. Sie kommt meinem, von diversen Vor-Endverstärkern geprägtem Geschmack doch einen Tick näher als der Obelisk Si solo. Das soll aber die Meriten des kleinen Vollverstärkers keinesfalls schmälern. Auch ohne Unterstützung durch den X2 ist der Obelisk Si in der Lage, selbst hohe Ansprüche an Klangästhetik zu befriedigen. Drängt es einen nicht danach, hochkomplexe Musik ständig bei strammen Pegeln genießen zu wollen, gibt es an ihm wenig auszusetzen. Im Bedarfsfalle kann die Aufrüstung ja später noch vorgenommen werden.

Dass größere und viel teurere Verstärkerboliden im Vergleich zu einem Vollverstärker von der Statur des Heed noch ein, zwei Schippen drauf legen können, dürfte letztlich niemanden ernsthaft erstaunen. Allerdings hat es mich doch sehr gewundert, wie leicht es dem Obelisk fiel, mich eine ganze Zeit lang von solcherlei vergleichenden Betrachtungen zu befreien und mit seiner erstaunlich ausgereiften Musikdarbietung zu fesseln.

Unterm berühmten Strich steht ein wirkliches No-Nonsens-Produkt. Das gilt für Funktionalität, Verarbeitung und für die klanglichen Leistungen. Nicht zuletzt gilt dies auch für die preisliche Gestaltung des Obelisken und seiner optionalen Ausstattungsvarianten. Die orientiert sich nämlich lobenswerterweise an einem durchschnittlichen Normaleinkommen und nicht an den Mondgehältern obskurer Investmentbanker oder dollarschwerer Ölscheichs. So, und wenn sie das alles nun, meinen anfänglich geäußerten Vorbehalten gegenüber Vollverstärkern zum Trotz, für ein dickes Kompliment halten wollen? Nur zu, kein Veto meinerseits.

LP 01-2011

Heed`s Monoblöcke PM und die passenden Vorstufe PRE mit PX im Test

Unterm Strich:

Optisch dezent, klanglich exzellent:

Heed zeigt, wie man auf kleinem Raum im gerade noch bezahlbaren

Rahmen hervorragende Verstärker baut.

Ausgabe Stereo Juli 2010:

Oberflächlich ist damit zum äußeren Aufbau des Vollverstäkers auch schon alles gesagt, denn außer seinem Pre-Out hat der Si nur reichlich Musikalität und eine Klangfülle zu bieten, die man eigendlich eher von spritzigen Röhrenamps erwartet...

Und die Rechnung geht auf:

Cremig und detailreich, dynamisch sowie tonal schmeichelhaft und sonor fügt der DT dem Si die richtige Nuance an Farbigkeit und Weitsicht hinzu. Dennoch klingt das Gespann in der Summe angenehm offen und geschmeidig, was wohl vor allem an der bereite erwähnen Tranzparenz und Auflösung des Verstärkers liegt.

Die Musik löst sich bestens von den Lautsprechern und offenbart eine ansprechende Dreidimensionalität.

Vor allem komplexe Orchester, feiner Jazz sowie knorriger Blues sind über Heeds Elektronik ein Erlebnis und hinterlassen bleibenden Eindruck.

 

Fairaudio

Test-Fazit: Hee Obelisk DT, Pre und PS

Die Heed-Kombination aus Laufwerk, Vor- und Endverstärker bildet eine hochwertige, klangstarke Kette, deren Fokus ganz klar auf einer anspringenden, involvierenden, räumlichen und insbesondere auch sehr angenehm kontrast- beziehungsweise farbstarken Spielweise ruht. Die Heeds liefern ein präzises, lebhaftes und gleichsam „musikalisches“ Klangbild ab. Mit Blick auf die richtige Dosis an Hochton ist es gegebenenfalls angezeigt, etwas genauer auf die Wahl des Lautsprechers zu achten, mag hier nämlich möglicherweise auch dessen Impedanzverlauf ein kleines Wörtchen mitreden. Nun, wie dem aber auch sein, das Heed-Trio gehört für mich jedenfalls zu den Komponenten, die einem als besonders angenehme Gäste in Erinnerung bleiben ...

Der Charakter der Vor-/End-Verstärkerkombi aus Heed Obelisk Pre und PS:

  • Ein flinker, hinreiched mächtiger Bassbereich, der tadellos straff, schnell und akzentuiert ist.

  • Einem rundum neutralen Mittenbereich stehen grundsätzlich geschmeidige Höhen gegenüber.

  • Das Stereopanorama ist weit, nahezu trapezförmig und geht deutlich in die Tiefe.

  • Stimmen und Instrumente werden kontraststark sowie vom Attack bis zum letzten Ausschwingen natürlich und gut ausgeleuchtet wiedergegeben.

Der Charakter des Heed Obelisk DT CD-Laufwerks:

  • Ein über das gesamte Frequenzband absolut neutral und präzise arbeitendes Laufwerk.

  • Auffallend sind der Detailreichtum und die realistische Abbildung auch komplexen Materials.

  • Das Laufwerk arbeitet ausgesprochen laufruhig.

Testbericht in der Aktuellen Ausgabe FonoForum Mai 2010 über Heed Si mit Dactiluskarte1 und DT

..Heeds Duo spielt ausgefeilt und lebhaft auf und trifft damit die richtige Balance"

Heeds smarte Kombi ist jedenfalls eine ideale Werbung für dieses Thema, denn mit der Schwungkraft des Verstärkers und der Klarheit des Laufwerks erziehlt die Kette eine raffinierte Balance zwischen audiophilem Anspruch und purer Lust am Musikhören, für die man bei manch anderem Hersteller deutlich tiefer in die Tasche greifen müsste.

 

Black Power von Helmut Rohrwild, Hifi & Records 3/2006

Test: Vor-/End-Verstärker Heed Luna + Canopus

Klein, stark, schwarz. Die ungarischen Heed-Verstärker überraschen mit high-fidelen Tugenden und enormer Spielfreude.Wenn es einen Preis für unscheinbares Design oder Understatement gäbe, wären die Heeds sicherlich Sieganwärter. Leider führt ihre minimalistische Optik aber eher dazu, dass sie unterschätzt werden und nicht die gebührende Beachtung finden. In den zierlichen Quadern stecken nämlich eine Reihe guter Ideen und pfiffige Lösungen - und das zu Preisen, die der gebotenen Klangqualität schon fast Hohn sprechen....
Mit zwei Paar (Canopus) Endstufen machen die Envoy eine richtige Metamorphose durch. Meine Güte, das ist plötzlich ein anderer Lautsprecher: Lustvoll, druckvoll, schnell und beherzt geht's jetzt zur Sache, ungeachtet des musikalischen Genres. ...Auflösung und Raumdarstellung sind sehr wohl gegeben, das auf recht hohem Niveau und immer so, dass es das gesamte Musikgeschehen intakt hält. Das ist eine Kunst, die einem nicht sooo oft unterkommt. Für mich ist und bleibt eines der wichtigsten Kriterien einer Wiedergabenkette die Geschlossenheit der Darbietung, also intakte Klangbilder und keine zusammenhanglose Ausbreitung von Details. Und obwohl in diesem Setup insgesamt sieben Endstufen tätig sind, wird dieses Kriterium von den Heeds mühelos erfüllt. So kompetent habe ich das nicht erwartet. Alle Achtung!
...
Bessere Vor- und Endstufen als die Heeds gibt es, ganz klar. Die sind dann aber auch viel teuerer und viel größer. Ob die dann den emotionalen Gehalt der Musik besser vermitteln können, sei einmal dahingestellt. Das soll jetzt bitte nicht so verstanden sein, dass die Heed-Elektronik schönt oder färbt, denn das tun Luna und Canopus ganz gewiss nicht. Der Pfad der highfidelen Tugend wird nicht verlassen. Das, was die Heeds auszeichnet, entspricht dem gekonnten Verfeinern eines Gerichtes, das aber vorher richtig zubereitet sein muss.

FAZIT: Heeds Vorverstärker Luna und die Canopus- Monoendstufen haben bei allem Purismus ein ganz großes Herz für die Musik. Spielfreude ist mit dieser Elektronik garantiert, und ihr Platzbedarf ist so minimal wie ihr Preis. Ein feiner Einstieg in highendige Musikwiedergabe.

Kleiner geht's nicht

Test in der Audio vom Heed Obelisk Si mit DACtilus

Audiogramm :

Vollmundiger,musikalisch reichhaltiger Klang,preiswerte, gut klingende DAC-Option

Klangurteil : 95 Punkte

Preis/Leistung : Sehr gut

..Die Digital Option gab dem Obelisk eine Extraportion Charme und wurde umgehend nachbestellt.Das der Verstärker die investierte Hörraum-Zeit fürstlich entlohnen würde, hatte sich schon vor Monaten beim unverbindlichen reinhören abgezeichnet, als der ungarische Amp ein ganzes Testfeld renomierter 1000 Euro Verstärker souverän distanzierte:Saftig-satt im Ton,dabei auf unaufdringliche Weise akkurat und wunderbar harmonisch, erinnerte der Obelisk eher an eine Röhre- oder besser an das, was man gemeinhin von Röhren erwartet, aber nicht immer bekommt.

HiFi-Forum: Heed Audio Luni + Canopus

FonoForum 2/2006 von Carsten Barnbeck

Bei einem Blick ins Innere stellt man fest, dass es sich bei diesen Komponenten um alles andere als reine Design-Geräte handelt. Die Schaltungen sind ausgesprochen direkt und effizient gehalten, setzten zudem auf hochwertige Einzelbauteile, die teils extra für Heed angefertigt werden. In den beiden Endverstärkern sorgt sogar je ein Ringkerntrafo für eine solide Netzversorgung und dafür, dass den Kraftwerken mit ihren immerhin 60 Watt Leistung (an vier Ohm) niemals die Puste ausgeht.
..Am meisten konnten uns die drei Heed-Geräte aber - und vor allem darauf kommt es schließlich an - im Hörraum von ihren Qualitäten überzeugen. Die Mini-Kette spielt überraschend druckvoll und dynamisch, treibt auch ausgewachsene Standboxen wie die Quantum 905 von Magnat problemlos, linear und ausgewogen an. Der von den Ungarn praktizierte Purismus zahlt sich hier doppelt und dreifach aus, denn die Anlage klingt nicht nur tonal wunderbar fein und offen, sondern musiziert auch ausgesprochen zackig und rythmisch, verleiht der Wiedergabe viel Spielfluss und Musikalität.
Stimmen stehen wie gemeißelt und mit angenehm natürlichen Klangfarben zwischen den beiden Wandlern, während die umspielenden Instrumente sich transparent und klar in die Tiefe des Raumes verästeln und das Geschehen bestechend plastisch umranken. Die Mitten wirken dabei homogen und ausgewogen, verleihen der Kette ihre angenehm runden und stimmungsvollen Klangfarben, während die Höhen zwar einerseits viel Auflösung bieten aber nicht etwa anstrengend oder stressig wirken. Eben genau die richtige Dosierung!
So stimmungsvoll und flüssig wie sie musiziert, muss sich die Heed-Kombi damit vor keinem Konkurrenten in dieser Preisklasse verstecken und empfiehlt sich beileibe nicht nur, wenn es um den Platz geht. Drei richtig groß aufspielende HiFi-Zwerge!

 

Test: Rega Planar 3 + Heed Orbit Netzteil

von Ulrich Michalik, Image Hifi 6/2000

Absoluter Qualitätssprung mittels geregelter Stromversorgung . Für schlappe 500 Mark plus (Einbau-)Spesen winkt das Beerbudget-Nirvana! Genau dahin nähmlich katapultiert den Planar 3 .das Orbit Netzteil. Wie das Lingo den Sondek, hievt diese Hungaro-Blackbox den Rega in eine höhere Liga. Allerdings, und das ist der feine Unterschied, für nur etwa ein Fünftel vom Preis. . Dieses externe Netzteil wird sich zu einer gefärlich pikanten Option mausern: audiophiles Viagra für den Planar 3 und zugleich eine Kampfansage an alle ranghöheren Rega-Laufwerke.

 

Kleinkraftwerke

Test: Heed Orbit 1 und 2, LP von Holger Barske

Der Effekt des Orbit-Netzteils ist erstaunlich. Die Wiedergabe erscheint in jedem Falle subjektiv schneller, und so haben wir die Geschwindigkeit mehr als einmal per Stroboskop kontrolliert - alles Einbildung. Das Geschehen legt rythmisch deutlich zu, wirkt knackiger und kerniger. Zudem scheinen die einzelnen Töne auf Hochglanz poliert, es tönt flüssiger und mit mehr Strahlkraft. Im Bass scheint der Schuss vordergründig nach hinten los zu gehen - stimmt aber nicht: Der sauber aufbereitete Strom nimmt den tiefen Tönen nur etwas Behäbigkeit und Fülle. Die Effekte sind prinzipiell bei allen getesteten Laufwerken vergleichbar, aber unterschiedlich ausgeprägt. So macht ein guter alter Thorens TD160 einen merklich größeren Sprung nach vorne als ein Rega Planar 3, dem schon von Hause aus eine sehr spritzige Gangart zu eignen ist.
Doch auch hier kann man noch deutlichere Fortschritte machen - nämlich dann, wenn man aufs Orbit 1 setzt. Die direkte Ansteuerung des 115V-Volt-Motors verleiht nun auch dem Rega den entscheidenden Kick und öffnet größere Räume, verleiht ihm eine tiefere Basswiedergabe.

Ganz erstaunlich, wie empfindlich Plattenspielerantriebe auf Veränderungen in diesem Bereich reagieren, der Erfolg der Maßnahme ist sofort deutlich zu hören. Vielleicht sollten Sie, bevor Sie das nächste Mal auf einen größeren Tonabnehmer umsteigen, mal ausprobieren, ob sich an dieser Stelle nicht mehr Klangverbesserung fürs Geld erzielen lässt.

...eine der größten Okkasionen
auf dem High-End-Markt

 

Test Phono Entzerrer:

Heed Quasar, Image Hifi 4/2001 von Ulrich Michalik

Der Quasar ist ein Two-Box-Design mit getrennten Gehäusen für die Stromversorgung sowie die eigentlichen Verstärkerschaltkreise. Letztere sind nicht, wie man in Anbetracht des Preises vermuten würde, um einen Allerwelts-IC herum gruppiert, sondern in bester audiophiler Tradition rein diskret aufgebaut. Und zwar vom Netzteil weg komplett in Doppel-Mono-Technik, inklusive separater Erdung!
....
Das Ding ist irre schnell, feindynamisch behender und rythmisch knackiger als alles mir Bekannte diesseits der 2500-Mark-Klasse. Der Tiefton wirkt griffig, prägnant und wunderbar körperhaft, kohlrabenschwarz ganz unten, herzhaft "punchy" im Mittelfeld und umwerfend pfundig im Oberbass. Wenn es in die Suboktave geht, weichen die Konturen minimal auf, doch am schieren Druck herrscht so gut wie nie Mangel. Mit Impulsschocks lässt er sich gleichfalls nicht aus der Fassung bringen, dazu steht sein Netzteil einfach zu gut im Saft.
Und leise ist der Quasar. Nicht ganz so totenstill wie ein Linto, aber um Quanten weniger verknistert, verspratzelt und verkleistert als vieles, was sich High End schimpft, nur weil win chices Logo draufpappt. Diese erstaunliche Störgeräuscharmut steht vermutlich auch Pate für den fantastischen Raumeindruck des Heed. Die Klangbühne ist nicht nur riesig breit, unerhört tief und mehr als hinlänglich hoch. Sie strahlt zudem eine innere Ruhe, eine Unerschütterlichkeit und Plastizität aus, wie man es nur von den allerbesten Phonovorstufen gewohnt war. Den Quasar zähle ich ab sofort dazu, selbst auf die Gefähr hin, dass mir die Hochpreisfraktion mal wieder an die Gurgel springt.
Und ich schwärme noch ein bisschen weiter. Die Mitten haben Farbe und Feuer, Aura und Attacke, und die Höhen, wenngleich nicht die ausgedehntesten, sie liefern Details en masse, sind makellos sauber und besitzen, was man selten hört, Luft und(!) Leuchtkraft.
image x-trakt Der Heed Quasar ist die Antwort auf das Stoßgebet aller kostenbewussten Analogfans: Er kann MM, er kann MC, er ist flexibel, robust gebaut und klanglich - ein Phänomen!

 

Musterknaben

Test: Phonoverstärker Heed Questar und Quasar

von Helmut Rohrwild, Hifi & Records 1/2006

...Zuerst wurde der Questar mit den Signalen des VinylMaster Silver, das im Vivid One montiert war, gefüttert und bediente eine komplette Heed-Kette aus Vor- und Endstufen und Lautsprechern. Eine feine Kombination, die weit über das hinausreicht , was man nach der Addition der Preise erwarten würde. Schnelligkeit und Körperhaftigkeit, verbunden mit dem feinen Auflösungsvermögen der Gyger-Nadel führen zu einer akustischen Bühne, die sauber ausgelotet wird und mit reichlich Details versehen ist. Klasse! Ebenso selbstverständlich nahm sich der Questar der Signale des Shure V 15 VMRx an, das im Project 9.1 montiert war. Das punktet mit satten Klangfarben und sauberer Raumdefinition. Dynamisch strafte diese Kombi alle Vorurteile gegen MM-Systeme Lügen.
Der Heed Quasar bringt das Q-Netzteil von Haus aus mit und kann außerdem auch
die Signale von MC-Tonabnehmern aufbereiten. Die Anpassung erfolgt mit Jumpern, die umgesteckt werden - unüblich, aber sinnvoll. Dazu muss man den Quasar aufschrauben. Auch hier ist wieder die klasse Fertigung hervorzuheben.
Drei Eingangsimpedanzen, drei Verstärkerfaktoren und zwei verschiedene Ausgänge bieten eine recht hoche Flexibilität, die in den meisten Fällen ausreichen dürfte.
Bereits im MM-Betrieb zeigt der Quasar, was ein dickes Netzteil bringt. Die Schaltung liefert nachhaltig mehr Dynamik und stuft diese auch deutlich genauer ab. Das Ortofon VinylMaster Silver spielt in dieser Konfiguration so auf, dass der Wunsch nach einem »grösseren« Abstaster gar nicht erst aufkommt. Sogar ein Decca nimmt der Quasar ganz locker hin, kommt nahezu ohne Abstriche mit der immensen Dynamik klar.
An MCs habe ich ihm das EMT HSD 6, Ortofons SPU Royal N und van den Huls MC One serviert. Und wieder kann ich nur meinen Respekt vor diesem Kerlchen bezeugen. Locker, unangestregt, recht souverän und geschmeidig extrahierte der Quasar aus den Signalen großräumige Klangpanoramen mit einer präzisen inneren Ordnung. Schön leuchtende, intensive Klangfarben zeichnen beide Heeds aus, den Quasar noch ein bisschen mehr als den Questar. Für den kostenbewussten Analogfreund sind sie kein Geheimtipp, sondern ein ganz heißer Tipp!

 

9 x 6 x 22

Test: Heed Quasar, LP von Holger Barske

Der Phonovorverstärker "Quasar" ist ein Spitzenmodell. Das bedeutet bei Heed, dass er zwei der Standardgehäuse belegen darf und außerdem unglaublich teuer ist: 800 Euro. Kennen Sie einen anderen Hersteller, der ein Gerät in dieser Preisklasse als kompromisslose Spitzenlösung anpreist? Unter anderem das macht die Angelegenheit sehr sympathisch.
... Der Heed klingt fantastisch und erwies sich unserer bisherigen Quasi-Hausreferenz in Sachen "Phonovorstufe mit dreistelligem Preisschild" - dem Trigon Advance - mindestens als ebenbürtig. Beide Geräte spielen sehr rauscharm, was dem Geschehen von vorneherein eine gewisse Schwärze verleiht. Beim Heed fällt sein überaus massives, hervorragend konturiertes Bassfundament auf - das können auch die ganz Großen des Metiers nicht viel besser. Der Trigon wirkt unten herum etwas zahmer, vielleicht auch stringenter - Geschmackssache. Jedenfalls verleiht dieser äußerst solide Unterbau dem Heed Drive und einen subjektiven Spaßvorteil - ich mag solche Abstimmungen sehr gerne. In den Mitten geht's ausdrucksstark und prägnant weiter, der Trigon ist auch hier letztlich etwas näher an der Wahrheit, spielt er doch neutraler, weniger interpretierend als das ungarische Doppel. Oben herum wirkt der Heed etwas dunkler timbriert, fasziniert jedoch auch hier mit Attacke und Energie.
Alles in allem geht er tonal in eine andere Richtung, die man landläufig als "analog" bezeichnet - was will man mehr. Gepaart mit einer betont tief gestaffelten Raumabbildung ist das ein tolles Klangbild, wenn man in Sachen Tonabnehmer nicht in die falsche Schublade greift: So wird's mit dem guten alten DL-103 vielleicht ein bisschen zu träge, das merklich spritzigere DL-103R hingegen ist eine gute Wahl
- auch preislich. Spätestens die Tatsache, dass auch das sündteuere und an den Frequenzbandenden Herausragendes leistende Clearaudio Goldfinger kaum etwas von seiner Magie an dieser Phonovorstufe einbüßt, beweist letztlich: Das ist ein Großer. Wenn man ihn in ein schniekes gefrästes Dickblechgehäuse stecken und den Preis mindestens verdreifachen würde, könnte er immer noch gut mithalten. Mit 9 x 6 x 22 Zentimetern erst recht.

 

Heed Quasar / Heed Questar – Hifi & Records 01 / 2006:

Schnelligkeit und Körperhaftigkeit, verbunden mit dem feinen Auflösungsvermögen führen zu einer akustischen Bühne, die sauber ausgelotet wird und mit reichlich Detailsversehen ist. Klasse!

 

Heed Quasar – image hifi 04 / 2001:

Der Heed Quasar ist die Antwort auf das Stoßgebet aller kostenbewussten Analogfans: Er kann MM, er kann MC, er ist flexibel, robust und klanglich - ein Phänomen!

Heed Questar – stereoplay 07 / 2006:

Klang Spitzenklasse 48 (MM) / 49 (MC) Punkte, Preis/Leistung sehr gut

 

Heed CanOpus – image hifi 05 / 2005:

Überhaupt nervt die Heed nicht im Mindesten, sondern bietet mitreißende Dynamik, bewundernswerte Melodiesicherheit und eine mehr als anständige Räumlichkeit!

CanAmp Hifi Test

Heed ist so etwas wie der ewige Geheimtipp  unter Audiophilen: immer ein wenig abseits  des Mainstreams, immer mit eigenen Ideen  und Konzepten, immer mit eigenständigem  Design, immer klanglich ganz weit vorne. Der  Kopfhörerverstärker CanAmp mutet da auf  den ersten Blick fast gewöhnlich an.

Wobei: Was soll an einem Kopfhörerverstärker auch groß dran sein? Auf der edel wirkenden Acryl-Front findet sich eine Buchse für einen 6,3-mm-Stereo- Klinkenstecker sowie der Drehknopf eines Lautstärkereglers. Auf der Rückseite gibt es neben dem Netzanschluss und dem Netzschalter zwei Cinchbuchsenpaare: Eines nimmt das Stereosignal entgegen, eines gibt es wieder aus, um es gegebenenfalls zu anderen Geräten durchzuschleifen. Dass der Netzschalter auf der Rückseite platziert ist, ist Methode: Heed empfiehlt, den CanAmp am besten immer eingeschaltet zu lassen, da er erst nach einer längeren Aufwärmphase seine volle klangliche Leistung erreicht. Im Inneren arbeitet eine Verstärkerschaltung im Eintakt-Class-A-Betrieb, deren Layout auf kürzeste Signalwege ausgelegt ist. Im Redaktionsalltag spielt das Thema Warmlaufen keine Rolle. Hier läuft eigentlich alles, was Kopfhörerverstärker heißt, im 24-Stunden-Dauerbetrieb – sei es, weil sich alle Kopfhörer im Test an verschiedenen Kopfhörerverstärkern beweisen müssen, sei es, weil Tag und Nacht zum Test anstehende Kopfhörer eingespielt werden. Wobei ich den Heed sehr häufig zum Testhören eingesetzt habe.

Erstens, weil er einfach ein wunderbar unkompliziertes Gerät ist, das aus dem Stand weg mit den meisten Kopfhörern prima harmoniert (bei wirkungsgradschwachen Kopfhörern muss man den Lautstärkeregler allerdings echt weit „aufreißen“), zum anderen, weil er einfach verdammt gut klingt. Wobei es eigentlich genau das ist, was er am wenigsten tut, nämlich irgendeinen Eigenklang produzieren. Er gibt sich vielmehr wunderbar durchlässig, tonal neutral, dynamisch auf Zack – und das ist genau das, was ich von einem hervorragenden Kopfhörerverstärker erwarte.
Fazit
Der Heed CanAmp ist so gerade und klar wie sein  Name: Er bietet keinen Firlefanz und konzentriert sich  auf seinen Job: Das Eingangssignal so neutral wie  möglich für den Kopfhörer zu verstärken.

Heed Luna + Heed CanOpus – FonoForum 02 / 2006:

So stimmungsvoll und flüssig wie sie musiziert, muss sich die Heed-Kombi damit vor keinem Konkurrenten in dieser Preisklasse verstecken und empfiehlt sich beleibe nicht nur, wenn es um den Platz geht. Drei richtig groß aufspielende Hifi-Zwerge!

 

Heed CanAmp – stereoplay 07 / 2004:

...mit warmer Klangfarbenpalette gefallen und erfreut mit druckvollem, tiefem Bass - Testurteil: Sehr Empfehlenswert!

 

Heed CanAmp – Stereo 04/2009

Vor allem schmeichelten uns die opulenten Klangfarben des schwarzenHochglanzamps. Wie kein anderes Modell malte der Heed seidige Mitten auf die virtuelle Bühne,tönte dabei stets angenehm sonor,rund und stämmig.Vor allem Stimmen gab er eine herrliche Präsenz.

 

Heed Obelisk Si mit DACtilus Audio 01-2010

Audiogramm :

Vollmundiger,musikalisch reichhaltiger Klang,preiswerte, gut klingende DAC-Option

Klangurteil : 95 Punkte

Preis/Leistung : Sehr gut

..Die Digital Option gab dem Obelisk eine Extraportion Charme und wurde umgehend nachbestellt.

Das der Verstärker die investierte Hörraum-Zeit fürstlich entlohnen würde, hatte sich schon vor Monaten

beim unverbindlichen reinhören abgezeichnet, als der ungarische Amp ein ganzes Testfeld renomierter 1000 Euro

Verstärker souverän distanzierte:Saftig-satt im Ton,dabei auf unaufdringliche Weise akkurat und wunderbar harmonisch, erinnerte

der Obelisk eher an eine Röhre- oder besser an das, was man gemeinhin von Röhren erwartet, aber nicht immer bekommt.

Obelisk Si Image Hifi 02/2009

„Diesem Vollverstärker geht ein Ruf wie Ein Donnerhall voraus. Mit Recht!“

Der Obelisk SI ist ihr ein genialer Vermittler. Der weltweite Kult ist vollkommen berechtigt.

Heinz Gelking

 

Hifi Statement 2009

Audiophile Vollverstärker gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Wenn ein solches Gerät in Fachpresse und Internet-Diskussionen dann trotzdem auf besonderes Interesse stößt, kann dies wohl nur an besonders geschickter Vertriebsarbeit oder aber am Gerät selbst liegen. Im Falle des Heed Obelisk, meint Markus Sauer, liegt es am Gerät.

Persönliche Neugierde auf ein Gerät ist eigentlich der beste Anlass, es in einem Testbericht vorzustellen. Im Fall des Heed Obelisk wurde meine Neugierde durch verschiedene Berichte geschätzter Kollegen anderer Publikationen, durch diverse Beiträge in Internet-Foren, vor allem aber durch das Hören eines frühen Prototyps bei Uwe Heckers geweckt. Ein Erlebnis, das mir in positiver Erinnerung blieb.Fangen wir an mit ein bisschen Geschichte. Vor etlichen Jahren war Zsolt Huszti ein, nein, der Hifi-Händler in Ungarn. Eines der Produkte, die er führte, waren englische Vollverstärker der Marke Ion. Die gefielen ihm besonders gut, besser als alles andere, was Mitte der 80-er bis Anfang der 90-er Jahre so aus England kam. So war es kein Wunder, dass er den Kontakt zum Ion-Entwickler Richard Hay suchte. Daraus entwickelten sich eine enge Freundschaft und eine geschäftliche Partnerschaft. Zwei Jahre lang wurden Ion-Produkte in Ungarn gefertigt. Richard Hay verlor irgendwann die Lust am Hifi-Geschäft und zog sich zurück. Zsolt Huszti gründete daraufhin zusammen mit seinem überwiegend in Deutschland lebenden Bruder Alpár im Jahr 1993 das Unternehmen Heed Audio (Heed ist übrigens die anglisierte Schreibweise des ungarischen Worts für Brücke; der Begriff war ursprünglich als Anspielung auf die Brückenschaltung in einigen Heed-Verstärkern gedacht, steht heute aber für die Brücke zur Musik) und entwickelte fortan eigene Geräte. Mittlerweile stieß auch noch Miklós Lengyel als kaufmännischer Geschäftsführer dazu, Alpár ist zuständig für Marketing und Vertrieb, Zsolt Huszti verantwortet die Entwicklung und leitet, unterstützt von derzeit sechs Mitarbeitern, die Fertigung.

Wohl das bekannteste Ion-Produkt war der Vollverstärker Obelisk. Da überrascht es wenig, dass auch Heed einen Vollverstärker namens Obelisk im Programm hat. Den gibt es in zwei Versionen als Obelisk i für 849 € und als Si für 1.290 €. Beide Geräte können mit dem optionalen Doppel-Mono-Netzteil X-2 für 799 € aufgerüstet werden. Wer Verstärker und Netzteil zusammen kauft, bekommt einen gegenüber den Einzelpreisen etwas günstigeren Paketpreis. Optional gibt es eine Phono-Karte und eine DA-Wandler-Karte, die jeweils – aber immer nur eine von beiden – in den Vollverstärker eingesetzt werden können und dann den Eingang 1 belegen. Der Heed Obelisk versteht sich als stark weiterentwickelte Fortsetzung des alten 'Ion Obelisk', so wie BMW-Mini zu Issigonis-Mini. Es erfüllt die Heed-onisten mit Stolz und Freude, dass Richard Hay bei der Entwicklung als Berater beteiligt war und auch die Lust am Hifi wieder entdeckt zu haben scheint, da er sich bei Heed in Zukunft stärker einbringen will.

Für diesen Bericht stellte mir Heed einen Obelisk Si nebst X-2 und DA-Wandlerkarte Dactilus (199 €) zur Verfügung. Der Obelisk folgt in seinem Design dem, was einst Naim Nait 2 und Onix OA 21 vorgemacht haben: Ein schlichter Baustein, ungefähr halbe Standardbreite (genau genommen sind die Frontplatten von Obelisk und X-2 je 22 cm breit; wer ein Rack hat, das ganz genau auf die Hifi-Standardbreite von 435 mm ausgelegt ist, muss ausprobieren, ob’s passt, wenn er beide nebeneinander stellen will), und zwei große Drehregler. Der linke ist für die Eingangswahl zuständig; steht der Regler senkrecht nach oben (eine blaue LED als Positionsleuchte hilft, wie auch am Lautstärkeregler, die Stellung auch aus der Entfernung kontrollieren zu können), ist der Verstärker stumm geschaltet. Eine Rastung nach rechts ist Eingang 1, der, wie bereits erwähnt, mit internen Karten zu Phono- oder Digitaleingang umfunktioniert werden kann. Die nächste Rastung, Eingang 2, ist im Eingangspegel um 6 dB abgesenkt. Hilfreich, wenn man unüblich laute Quellen hat, z. B. bestimmte ältere amerikanische DA-Wandler, die bis zu 8 V statt der üblichen 2 V raushauten und beim Vergleichshören immer viel dynamischer klangen als die Konkurrenz. Die restlichen drei Eingänge sind normale Hochpegeleingänge.Der rechte Knopf ist für die Lautstärkeregelung zuständig. Da Heed ein Alps-Motorpoti verbaut, läßt sich die Lautstärke auch über eine zum Lieferumfang gehörende Fernbedienung regeln. Die Eingänge müssen dagegen immer von Hand umgeschaltet werden. Hinten gibt's einen Netzschalter, eine Netzbuchse, einen Eingang für das X-2, der, wenn kein externes Netzteil angeschlossen ist, mit einem (natürlich auch beiliegenden) Kurzschlussstecker gebrückt werden muss, Lautsprecherklemmen für die üblichen Bananenstecker und Cinch-Buchsen für die Quellen. Hinzu kommt ein weiteres Paar Cinch-Buchsen, das ab Werk als Vorverstärkerausgang konfiguriert ist. Es gibt nämlich auch noch einen Obelisk PAS (Power Amp Stereo), eine reine Endstufe in demselben Gehäuse wie das X-2 für denjenigen, der seinen Boxen mit Bi-Amping auf die Sprünge helfen möchte. Durch Umstecken von internen Brücken kann der Ausgang auch als Tape-Ausgang verwendet werden. Macht alles einen sehr durchdachten Eindruck.Auf der Website stellt Heed die Behauptung auf, der Obelisk Si habe zwar „nur“ 40 Watt an acht Ohm, könne aber dennoch - wie ein Röhrenverstärker - besonders kraftvoll und dynamisch spielen. Überhaupt wird eine Ähnlichkeit des Schaltungskonzepts des Obelisk mit dem von Röhrenverstärkern angedeutet. Technischer Hintergrund für diese Behauptung ist, dass der Obelisk - in der Frühzeit der Transistorverstärker gang und gäbe, heute jedoch völlig unüblich - hinter den Ausgangstransistoren noch einen Kondensator im Signalweg hat. Den hatte auch schon der 'Ion Obelisk' und wenn man genau hinsieht, ist das die so ziemlich einzige technische Gemeinsamkeit zwischen dem „spirituellen“ Vorfahr und dem aktuellen Heed-Gerät.Zsolt Huszti ist der Ansicht, durch direkte Kopplung zwischen Ausgangstransistor und Lautsprecher würden die Chassis ungebührlich stark bedämpft, und das natürliche Ausschwingen von Instrumenten und auch die Balance zwischen Instrumenten würde daher nicht korrekt wiedergegeben. Mit dieser Betrachtungsweise steht Zsolt Huszti nicht völlig allein, die amerikanischen Kollegen von McIntosh führen zum Beispiel Ähnliches als Begründung für die Verwendung von Ausgangsübertragern in ihren Transistorverstärkern an. Zuerst habe ich mit dem Obelisk Si solo gehört. Angetrieben von einem uralten Harman/Kardon HD 730-CD-Player und an meinen Altec „Voice of the Theatre“ machte der eine prima Figur. Normalerweise werde ich ziemlich misstrauisch, wenn ein Hersteller von Transistorverstärkern seinen Geräten Röhrenähnlichkeit zuschreibt. Ich vermute dann eine Abstimmung nach dem Klischee von Röhrenklang, mit süßlichen Höhen und einem betonten, aber wenig konturierten Bass. Zum Glück ist davon beim Obelisk nichts zu merken. Der orientiert sich vielmehr an den wirklich positiven Eigenschaften gelungener Röhrenverstärker, verfügt er doch über eine wunderbare Lebendigkeit und Leichtigkeit im Klang. Manche Verstärker sitzen geradezu auf der Musik; der Obelisk hingegen lässt Musik frei atmen. Die tonale Balance liegt nahe an der Perfektion, keine Region wird ungebührlich hervorgehoben oder benachteiligt. Streicher werden mit einem Schmelz wiedergegeben, der nichts mit Zuckerguss und alles mit der natürlichen Schönheit des Instruments zu tun hat. Umgekehrt gibt es auch keine künstliche Brillanz: Wenn der Toningenieur das Funkeln eines Beckens eingefangen hat, wird das auch wiedergegeben, andernfalls nicht. Ganz so, wie es sein soll.Sehr schätzen gelernt habe ich auch die D/A-Wandler-Karte, die hervorragend auf das Gesamtkonzept des Obelisk abgestimmt ist und sich in dieses nahtlos einfügt: Feine Rhythmik, warme, natürliche Klangfarben, eine breit gefächerte Bühne mit guter Tiefenstaffelung. Für den sehr überschaubaren Preis geradezu unverschämt gut. Ein kleiner Wermutstropfen: Ist die Karte installiert, werden zwei Widerstände im Obelisk stärker erwärmt als ohne. Ein paar Tage sonderten diese Widerstände bei meinem Exemplar einen unangenehm „chemischen“ Geruch ab, der mich an Zahnarztbesuche erinnerte. Scheint an meinem Exemplar gelegen zu haben. Helmut Rohrwild durfte für eine andere Publikation auch schon einmal in den Obelisk hineinhorchen und stellte keine Geruchsentwicklung fest. Die paar Tage Einspielzeit nimmt man angesichts der klanglichen Vorzüge gerne in Kauf. Die Wandlerkarte ist so gut, dass sie mit den Wandlern gestandener CD-Player mithalten kann. Auch für die Ansteuerung aus einem Netzwerk für diejenigen, die bereits auf Server-basierte Lösungen zurückgreifen, ist sie hochinteressant, da sie einen externen Wandler - und seine Kosten - erspart.Wird das X-2 angeschlossen, versorgt es die Endstufen. Das interne Netzteil des Obelisk ist dann nur noch für die Vorstufen-Sektion zuständig. Als Nebeneffekt steigt die Ausgangsleistung nach Angaben von Heed auf 55 Watt an. Mit dem X-2 legt der Obelisk noch einmal deutlich an klanglicher Kompetenz zu. Das X-2 nimmt eine Spur Rauigkeit und Nervosität, die man eigentlich gar nicht wahrgenommen hatte, aus der Musik. Klangfarben werden noch natürlicher, Rhythmen noch prägnanter wiedergegeben. Man kann tiefer in einzelne Schallereignisse hinein hören. Kurz, der Obelisk macht einen überraschend großen Schritt nach vorn. Um es vorwegzunehmen, ich glaube, dass der Obelisk mit X-2 ein noch besseres Preis-Leistungs-Verhältnis hat als solo.

Auch mit der Extraportion Kraft des Zusatznetzteils sind, „Röhren-Watt“ hin oder her, die Kraftreserven des Obelisk irgendwann am Ende. Wer Boxen mit schlechtem Wirkungsgrad hat und ständig in großen Räumen sehr laut hören will, muss sich nach einem anderen Verstärker umsehen. Der Schwerpunkt bei der Entwicklung des Obelisk lag offensichtlich nicht auf Kraftmeierei, sondern auf der nuancierten Wiedergabe bei normaler bis gehobener Lautstärke. Was nicht heißt, dass es nicht laut geht; aber es geht „ganz laut“ eben nicht mehr ganz so gut wie „nicht ganz so laut“. Wer dagegen Boxen mit „normalem“ Wirkungsgrad, also den üblichen 87 bis 90 dB, auf die sich der Markt weitgehend eingepegelt hat, in normalen Räumen und bei Lautstärken hören will, bei denen die durch die Nachbarn alamierte Polizei nicht zum Dauergast wird, wird über einen Mangel an Leistung nicht zu klagen haben, wie ich beim Betrieb an einem Paar Harbeth Compact 7ES3 feststellen konnte.Während ich diese Zeilen schreibe, höre ich die CD "Alerte à l’eau" vom Henri Texier Strada Sextet. Texier ist einer meiner Lieblings-Bassisten, nicht zuletzt, weil er bei seinen Projekten darauf achtet, das Rampenlicht auch seinen Mitstreitern zugute kommen zu lassen. Gerade läuft der Titel 'Reggae d’eau'. Wie der Obelisk den Reggae-Rhythmus - und die kleinen Freiheiten, die sich die Musiker damit nehmen - zur Geltung kommen lässt, wie er die offensichtliche Freude, die die Musiker bei der Aufnahme hatten, rüberbringt, das ist schon ziemlich große Klasse.

STATEMENT: Wenn ich zwei Worte wählen müsste, um den Heed Obelisk zu beschreiben, so sind dies Lebendigkeit und Spaß. Sehr empfehlenswert!

Markus Sauer