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Audio 07-2011Im Testbericht der Audio 07-2011 schafft der Blackbird von Dr.Feickert Analogue deutlich den Sprung in die Referenzklasse ! Audio Klangurteil : 110 Punkte Verarbeitung : Überragend Bedienung : sehr gut
+Direkter, lebendiger Klang, solide Verarbeitung
LP 05-2011
Thomas Schmidt über den Blackbird von Dr.Feickert Analogue : Wie schon der Woodpecker imponiert der Blackbird durch seine zurückhaltende Neutralität, die es dem Benutzer ermöglicht, ihn entweder als Spielwiese für alle nur erdenklichen Tonarm-Tonabnehmer-Kombinationen zu nutzen oder ein Setup festzulegen, bei dem der schnelle Wechsel zwischen zwei Kombinationen möglich ist, die verschiedene Musik- und Klangrichtungen abdecken.Falls dann doch noch Wunsche offenbleiben sollten, kann es am Laufwerk nicht liegen. Unterm Strich.... Nein doppelt so gut wie der Woodpecker ist er nicht. Aber die Erweiterungen an den entscheidenen Stellen machen den DCF Blackbird zu einem der vielseitigsten Laufwerke, die man heutzutage bekommen kann.
Kompletter Testbericht zum download Analoglaufwerk Woodpecker im Testder Ausgabe 2-2011 Hifi & Records.Helmut Rohrwild über den Woodpecker von Dr.Feickert Analogue: Das Woodpecker Laufwerk von Dr.Feickert Analogue ist ein feines Angebot für alle, die einen Plattenspieler in klassischer Optik suchen. Ob man das vom Vertrieb geschnürte Paket wählt oder das Laufwerk mit einem Tonarm eigener Wahl komplettiert, ändert nichts an der Empfehlung. Der energische Antritt des Woodpecker macht immer Freude. Angesichts seiner Qualitäten und der tadellosen Verarbeitung geht der Preis völlig in Ordnung. Anhören lohnt unbedingt!
Review des Woodpecker bei TNT Audio
Blackbird review bei 6moons
Review Woodpecker bei Techradar
LP 06-2009
Was den Woodpecker einzigartig macht, ist seine enome Neutralität, die er der montierten Tonarm-System-Kombination zur Verfügung stellt. Vom langen Holz-Zwölf-zöller über Einpunktler bis hin zum High-tech-Tonarn – vom einfachen MM bis zu edlen Preziosen wie dem Transfiguration – sie alle können ihre Eigenschaften auf der Basis des Woodpecker frei entfalten.Durch die komfortabel verstellbare Basis sind allen Experimenten in dieser Richtung Tür und Tor geöffnet – quasi das perfekte Arbeitsgerät der analogfreunds.Und wenn man seine Traumkombination gefunden hat, dann verstellt man einfach nichts mehr und erfreut sich jeden Tag eines bildhübschen und hervorragend klingenden Plattenspieler.
Thomas Schmidt
Unterm Strich ... "Technisch ausgereift, elegant und tonal perfekt ausbalanciert: So muss ein moderner Plattenspieler aussehen."
Fairaudio August 2008 / Edward Barker Es gab da einen interessanten Artikel in der Times über die Renovierung der Londoner Royal Festival Hall. Dieses Haus wurde ja von vielen wegen einer trockenen, irgendwie leblosen Akustik kritisiert. Natürlich hing dies auch immer vom jeweiligen musikalischen Programm ab - aber auch ich muss sagen: So richtig ideal war's nicht. Aber der Autor des besagten Times-Artikels, David Cairns, merkte sehr richtig an, dass wir uns doch meist sehr schnell an die jeweiligen akustischen Gegebenheiten gewöhnen. Das gilt natürlich auch für unsere eigenen Räume, in denen wir unsere HiFi-Anlagen aufgebaut haben - und ebenso für die Anlagen selbst. Wir gewöhnen uns an deren besondere Qualitäten, aber eben auch an ihre Limitierungen - und versuchen trotzdem ständig, diese zu umschiffen, auf der (endlosen?) Suche nach unseren Klang-Idealen. Mr. Crains führt in seinem Text Berlioz an (dessen Memoiren - nebenbei bemerkt - für jeden Musikfreund eigentlich eine Pflichtlektüre sein sollten), der einst sagte: "... man muss mit den Instrumenten mitschwingen, um eine echte musikalische Sinneserfahrung zu erreichen". Dem kann ich nur voll zustimmen, wie auch dem, was Crains im Weiteren betont: Die neue Festival Hall hinterlasse beim Besucher eine viele größere Wirkung; man fühle die Instrumente nun viel körperlicher und dies verwandele das vormals etwas reservierte Publikum in eine Menge involvierter Zuhörer. Ja, jedesmal, wenn ich dort in der letzten Zeit ein Konzert besuchte - egal, ob bei großen symphonischen Werken von Mahler oder Sibelius, bei Eva-Pekka Salonens Kammerstücken oder gar beim denkwürdigen Syd Barrett Gedenkkonzert -, kam mir die Royal Festival Hall um einiges lebendiger vor als früher. Und so etwas wollen wir doch auch zuhause erreichen, indem wir versuchen, das letzte Quäntchen aus unserem Stereo-Setup herauszukitzeln. Dieser lebendig-körperliche Aspekt ist hierbei ein ganz entscheidender, um von der (konservierten) Musik auch emotional angesprochen zu werden.
HiFi-Tester - also Leute, die aufgefordert sind, über Musik und Klang nachzudenken und zu schreiben - kennen die unterschiedlichen und teils rivalisierenden Anforderungen beziehungsweise das Dilemma, das mit dem Testprozedere einher geht: Bisweilen sind wir mittendrin im musikalischen Augenblick, und unser Kopf ist schlicht und einfach abgeschaltet. Das sind genau die Momente, in denen wir emotional berührt, von der Musik fortgetragen werden. Ich tipp' darauf, dass hierfür jene Hirnhälfte zuständig ist, welche die Sinnesreize in einer unmittelbaren, von Analyse und kritischen Gedanken "unverzerrten" Weise verarbeitet (wobei das rechts/links-Modell des Gehirns doch zugegebenermaßen ziemlich vereinfachend ist).
Und dann ist da die Phase, in der wir über den Klang nachdenken und ihn analysieren. Jetzt machen wir eine völlig andere Art von Erfahrung - und dies gilt noch mehr, wenn wir uns hinsetzten und über den Klang schreiben: Wir stehen geradezu unter Alarm, versuchen möglichst alle noch so kleinen Details und Nuancen einzufangen und ihnen anschließend Namen zu geben. Leider ist es in dieser Phase wirklich schwierig, emotional zu werden - es ist, als wären unsere Pfade zum "Gefühlshaushalt" einfach abgeschnitten worden ... enn wir also die unterschiedlichen Aspekte des Klanggeschehens zu erfassen suchen und sie sezieren, ist es kaum möglich, beschreibend diese Einzelteile wieder in ihrem Gesamtkontext darzustellen und wiederauferstehen zu lassen. Es mag schon sein, dass wir völlig aus dem Häuschen geraten ob einer Fülle von Details, die wir vorher so nicht wahrgenommen haben - oder wegen einer ungemein kräftigen Bass-Performance. Aber die Wahrheit bleibt: Vielleicht stellt sich dies in Ihrem Raum anders dar. Oder, wenn nicht, hilft es Ihnen möglicherweise trotzdem nicht weiter, näher zu Ihrer Musik zu gelangen.
Wie soll man damit umgehen? Der einzige Weg, den ich kenne, ist, sich möglichst lange und intensiv mit einer Komponente zu beschäftigen. Und zwar von beiden Seiten: in einer analytischen/sezierenden Art und Weise und in einer "simplen", unmittelbaren - die Komponente als ein Bestandteil des Systems betrachtend, mit dem eben Musik gehört wird. So gelange ich zu einer Art "ganzheitlicher" Sicht auf das zu besprechende Produkt, betrachte es unter verschiedenen Perspektiven und komme schlussendlich zu einem "validierten Gefühl", zu einer Antwort auf die Frage: Wie trägt diese Komponente dazu bei, Musik genießen zu können?
Beschreibung des Dr. Feickert Analogue Twin Der DFA Twin ist ein richtig schönes Biest, er verströmt deutsche Ernsthaftigkeit und Zielstrebigkeit. Aber gleichwohl finde ich ihn auch elegant, die Farbkombination aus matt-schwarz und hellem Chrome wirkt recht verführerisch. Der Twin kam bestens verpackt bei mir an, und ich muss schon sagen: Verdammt schwer das Ding! Am besten wird ein Freund hinzugerufen, soll's an den Aufbau gehen. Allein aufs Regal hieven? Lieber nicht. Das meine (ver)trägt zwar 160kg, aber dennoch war ich ein wenig besorgt: Mag das Regal halten, aber tut es auch die Wand? Der Twin ist der schwerste Plattenspieler, den ich bisher zuhause hatte. Und bis dato kam ich mit nur einem noch gewichtigeren Jungen in "persönlichen Kontakt": dem Kuzma Stabi XL.
Beginnen wir von unten: Drei justierbare Füße besitzt Dr. Feickerts Twin, flach und filzbeschichtet fallen diese aus. Und da haben wir schon die erste Besonderheit, stehen doch die meisten Laufwerke auf Kegel oder Spikes. Allein, Dr. Feickerts Füße sind so flach, wie sie nur sein können ... Diese Gerätefüße sind im Subchassis verschraubt, das aus einem Stück thermisch behandelten MDF besteht: lackiert und mit einem Loch versehen, durch welches das Kabel für den Tonarm passt - fertig. Übrigens eine prima Ablagefläche für Bürstchen, Nadelreiniger und was man sonst noch so braucht. Es sieht mir nach dem Versuch aus, dem Ganzen unbedingt eine rechteckige Form geben zu wollen. Über diesem Sockel sitzt das eigentliche Plattenspieler-Chassis, ein ganz wesentliches Design-Element: Es gleicht einer Art Doppel-Whopper, bestehend aus zwei Edelstahlscheiben (oben und unten), welche zwei lackierte Schichtholzlagen umfassen. In diesen sind zwei Kanäle eingearbeitet worden, welche der Aufnahme der beiden Edelstahl-Stangen dienen, die hinten rechts am Plattenspieler herausragen und die Tonarmbasis tragen. Dergestalt schienengeführt lässt diese sich wie ein Schlitten verschieben. Der Einbauabstand (LEXI) des jeweiligen Tonarms kann also sehr leicht eingestellt werden - und natürlich finden auch 12-Zöller hier bequem ihren Platz. Das Gros des Gesamtgewichts rührt von diesem Chassis her - es wiegt knapp 40kg. Und es ist ein zentraler Punkt der Feickert'schen Designüberlegungen: Eine Mehrschichtkonstruktion, die Resonanzen abführt und gleichzeitig - durch das hohe Gewicht - dem Plattenteller zusätzliche Stabilität verleiht. Der Plattenteller wird übrigens aus (matt-transparentem) Acryl gefertigt (oder, als Upgrade-Option, aus einer matt-schwarzen Polyoxy-Verbindung: Aufpreis 450 Euro) und besitzt den gleichen Durchmesser wie das Chassis. Keine vier Zentimeter ist er hoch, was ihn relativ leicht macht. Also: schweres Chassis, leichter Teller. Hm, Zeit zum Nachdenken ... Auch das Lager scheint ungewöhnlich: Es ist ein invertiertes, allerdings weist es nicht die übliche Lagerkugel auf, sondern stattdessen eine Art sanft abgerundete Kappe. (Während der Testperiode bekam ich übrigens ein Lager-Upgrade, welches sehr leicht zu montieren war - es wird einfach auf die Lagerachse geschraubt.) Das Lager besteht aus Edelstahl und wird - eine echte Ausnahme! - mit Fett statt mit Öl geschmiert. Okay, Fett besitzt willkommene dämpfende Eigenschaften - nichtsdestotrotz stellt es eine ziemlich eigenwillige Schmiermittel-Wahl dar.
Der Antrieb ist mindestens genauso außergewöhnlich: Eine spezielle Variante eines Papst DC-Motors inklusive Schnittstelle für den PLL (eine Phasenregelschleife) Controller - letzterer ist eine Eigenentwicklung aus dem Hause Feickert. In diesem Controller arbeitet ein ungewöhnlich jitterfreier Oszillator, welcher eine Abweichungsgenauigkeit von circa 1:17.000.000 aufweisen soll - wie dementsprechend auch das niederfrequente PLL-Signal. Die Spannungsregulierung für den Motor ist ebenfalls eine Dr. Feickert-Eigenentwicklung - er behauptet, dass bei ihr der Signal-Rausch-Abstand (LEXI) höher ausfalle, als bei allen derzeit bekannten Batterie-Spannungsquellen. In der neusten Version des Twin wird ein Kevlar-String zur Antriebsübertragung genutzt. Der vom Hersteller angegebene Wow & Flutter-Fehler liegt für einen riemenangetriebenen Plattenspieler sehr niedrig: +/- 0,09% im Neuzustand und, wenn das Lager sich eingelaufen hat, sogar bei nur +/- 0,04%. Die rechte Spannung für den String zu finden, ist allerdings schon eine Kunst für sich ... Der Motor sitzt übrigens in einem eleganten Edelstahlgehäuse, welches knapp neben der Basis seinen Platz findet.
Noch etwas: Basen für so ziemlich alle Tonarme des Weltmarkts können problemlos angefertigt werden und auch ein zweiter Arm lässt sich montieren: Hierzu wird einfach das Stangen-Duo (welches schon die erste Basis hält) gegen ein längeres ausgetauscht, das dann auch vorne links am Twin weiter herausschaut.
Setup DFA Twin Der Aufbau des Plattenspielers geht leicht von der Hand, und während der Monate, in denen der Twin bei mir seine Runden drehte, gab es nicht das geringste (Handling-)Problem. Dies spricht für die durchdachte Ingenieurkunst, die im Twin steckt. Dr. Feickert weiß einfach, worum es geht beim Plattenspielerbau - und das merkt man seinem Laufwerk an, ein erstklassiges Stück Arbeit. Hinsichtlich des hohen Verarbeitungsstandards erinnert es mich ein wenig an einen Porsche - nun, beide Produkte stammen ja auch aus dem selben Land, vielleicht daher die Assoziation. Aber natürlich ist der Aufbau des Plattenspielers immer das leichtere Stück Weg - der Tonarm und die Systemjustage sind die eigentlichen Hürden, sie entscheiden darüber, ob's nun klingt oder nicht. Ja, die Qualität eines erstklassigen Laufwerks kann leicht durch eine nachlässige Tonabnehmerjustage völlig aufgehoben werden. Früher hatte ich viel mehr Geduld bei solchen Dingen, ich konnte mich durchaus hochkonzentriert vier-fünf Stunden damit beschäftigen. Wenn ich es nun nicht innerhalb von einer Stunde auf den Punkt bringe, verlassen mich die Kräfte ... Das ist auch der Grund, warum ich mich schon auf das Setup-Programm von Dr. Feickert freue. Klang des DFA Twin Was fürs Setup gilt, gilt auch für den "Gesamtklang" eines Plattenspielers. Ich habe dabei jedenfalls die Erfahrung gemacht, dass ein Laufwerk - sofern es sich um ein gutes handelt - die Klangcharakteristik des Tonarms und Systems in gewisser Weise lediglich "verstärkt". Was ich damit sagen will? Nun, mit einem erstklassigen Laufwerk lassen sich die Unterschiede verschiedener Arm- & System-Kombinationen leichter heraushören - und andererseits ist es echt schwierig zu sagen, wie denn nun das Laufwerk selbst klingt.
Der DFA Twin wurde mir mit zwei Armen geliefert. Begonnen habe ich mit dem DFA 1o5, ein 10,5-Zöller, welcher von Jelco nach Spezifikationen von Dr. Feickert hergestellt wird. Er empfahl mir, diesen Arm in Kombination mit dem Pickup Ortofon Rondo Bronze zu fahren. Ich habe so einige Tonabnehmer ausprobiert - vom Reson Reca bis zum Music Maker III und Classic und noch ein paar andere - während sich das Lager und die Tonarm-Verkabelung einspielten. Aber so richtig bin ich mit dem DFA-Arm nicht warm geworden. Vielleicht lag es daran, dass ich mir einen riesen Schritt nach vorne im Vergleich zum Rega 300 versprochen hatte. Aber es stellte sich heraus, dass der DFA 1o5 in die hell-silbrige Richtung tendiert und etwas zu nüchtern für meinen Geschmack ausfällt. Es kann sehr gut sein, dass es daran lag, dass der 1o5er mit den Tonabnehmern, die ich wählte, nicht richtig harmonierte. Ich ziehe den DFA 1o5 dem Rega 300 schon in einigen Bereichen vor - aber auch nicht in allen. In gewisser Weise erinnerte mich der Klang an den SME VI in Kombination mit dem SME 20 Player - auch hier war ich nicht Feuer und Flamme. Irgendwie zu "CD-artig", zu kontrolliert und rhythmisch ein klein wenig steif erschien es mir. Aber wohlgemerkt: Ich verwende derzeit einen SME V mit Kondo-Verkabelung - und ich liebe das Ding abgöttisch. Woraus wohl folgt, dass ich entweder ein Kabel-Freak bin oder nichts von alldem verstehe - oder beides zusammen. Wie auch immer: Meiner Meinung nach passt weder der Rega 300 noch der DFA 1o5 perfekt zum Twin beziehungsweise sind dessen Qualitäten einfach nicht richtig gewachsen. Es ist ein wenig so, als wolle man einen Ferrari auf Fahrradreifen fahren ... Diejenigen, die einen sehr klaren Klang lieben, dürfen mir aber auch gerne widersprechen.
Aber nun, Dr. Feickert hatte ja auch den Kuzma Reference Tonarm ins Paket gelegt - und auch, wenn ich ihn nicht in- und auswendig kenne, so habe ich doch schon einige Erfahrungen mit ihm gesammelt. Der Arm besitzt eine Standard-Verkabelung und diese benötigte noch ein wenig Einspielzeit ...
Dummerweise habe ich die Kombination aus "Twin + Kondo-verkabeltem SME + Kondo 1o-M" noch nicht ausprobiert. Das Problem liegt darin, dass mein Kuzma S zur Zeit derart perfekt justiert ist, dass ich mich nicht heran traue - ich habe Angst, diese Perfektion nicht wieder zu erreichen, und das wäre wirklich ein Desaster! Aber vielleicht gelingt es mir, einen zweiten SME aufzutreiben - einen 12-Zöller? - und dann werde ich diesen Bericht ergänzen müssen. Könnte schon gut sein, dass das ein richtig gutes Team abgeben würde ... Aber wie dem auch sei, nach dem, was ich bisher gehört habe, kann ich den DFA Twin schon ausreichend charakterisieren: nämlich als extrem detailliert und präzise, gleichzeitig souverän und sehr ausgewogen. Er hält perfekt die Balance zwischen Lyrik, Ausdruckskraft und Detaillierung. So manches Mal hatte ich schon einen Plattenspieler vor mir gehabt, der in einer dieser Disziplinen Hervorragendes leistete - aber dann in anderen Teilbereichen etwas vermissen ließ. Mit dem Twin aber bekommt man alle Einzelheiten mit, die man sich nur wünschen kann, und gleichzeitig versteht er es, quasi zu "singen". Die Musik fließt in wunderbar arrangierter Art dahin, versehen mit einem tiefen, gleichwohl flüssigen Bass und weich aufgefächerten Höhen.
Während ich John Abercrombies "Night" höre, fällt mir dieser Sinn für körperliche Präsenz auf, diese Prägnanz, mit der die Instrumente dargestellt werden: das perkussive und fließende Saxophon, dieses "Tschang" der Trommelfelle - es springt in den Raum mit beeindruckender Physis. Sehr, sehr gut. Dazu die Fähigkeit, in Sekundenbruchteilen von Piano zu Fortissimo zu schalten und die Raumakustik der Aufnahme zu transportieren, bevor diese durch die heimischen akustischen Gegebenheiten verfremdet wird. Geradezu unheimlich ist das. Perfekt getimte Gitarrenglissandos, die Reggae-Drums, die dazwischen geworfenen Noten des Sax - man muss einfach lauter drehen, viel zu gut kommt das alles rüber.
Und auch, wenn der Klang kompliziert und vertrackt wird, weiß der Twin zu antworten. Es lässt sich klar heraushören, dass nun das Saxophon harsch spielt - und nicht die Anlage. Okay, man bekommt nicht diesen extremen Tiefbass wie beim Kuzma XL; aber es ist doch völlig hinreichend, um in die Musik hineingezogen zu werden. Eine Gischt von Hi-Hats explodiert im Raum, klar und glitzernd - wirklich berauschend! Und bei den ruhigeren Gitarren- und Saxophon-Parts versteht es der Twin, die Gedanken und Gefühle des Interpreten zu vermitteln - für mich immer ein klares Zeichen, dass die Dinge genau auf den Punkt gebracht wurden.
Ich besitze da eine Emma Kirkby Platte, die wirklich "harter Stoff" für einen Plattenspieler darstellt. Ihre unglaublich delikate, warme und reine Stimme ist meisterhaft eingefangen worden - aber für die meisten Dreher stellt genau das eben auch eine unheimliche Herausforderung dar. Eine ganze Menge Setups verhärten hierbei den Ton und schaffen es einfach nicht, dieser schnellen und reichen Stimme zu folgen, wie sie von Note zu Note springt und gleitet. Wenn der Tonabnehmer nicht 1A sitzet, dann bekommt man Verzerrungen zu hören. Ein wirklich hartes Ding - und vielleicht eine der besten Platten, um ein Pickup nach Gehör einzustellen. Ein Album übrigens, bei dem der kleine Kuzma wirklich herausragt, er schafft's, die ganze Ausdruckskraft und Lyrik, die in Frau Kirkbys Stimme liegt, zu transportieren. Der Twin (in der aktuellen Konfiguration) besitzt hier noch mehr Transparenz und Detail, aber erreicht nicht ganz die feinfühlig-delikate Gestaltungsweise des Kuzma Stabi S. "I love, I love", singt sie, und der Raum vibriert - aber doch mischt sich ein etwas rauerer Ton ein, als gewohnt. Ich habe dabei allerdings den starken Verdacht, dass dies am Tonarm liegt. Nichtsdestotrotz: Die Präsenz und verführerische Kraft dieser Stimme, wie sie der Twin offenbart, ist etwas, was man einfach erlebt haben sollte. Um ganz ehrlich zu sein: Ich bin ein Plattenspieler-Fetischist. Und ich erlaube mir des Öfteren den Spaß, mir auszumalen, wie es wohl wäre, wenn Geld keine Rolle spielte ... Ich hätte vier Kabinen, jede wäre akustisch vom Hörraum entkoppelt und mit einer Glastür versehen, die auf Knopfdruck öffnet. In der linken stände ein Kuzma XL mit drei oder vier Armen drauf, und dann käme der "Baby-Kuzma" - genau in der Ausstattung, wie ich ihn jetzt besitze. In der dritten fände sich dann der DFA Twin, wahrscheinlich bestückt mit einem SME 312-Arm - "Kondo-wired" - und einem Schröder Tonarm. Dann natürlich der Garrard, aber da ich den schon so gut kenne, würde der öfter mal ausgewechselt werden. Ich würde Raven one- und Artemiz-Wochen einführen ... Und ich würde alle diese Dreher behalten, mal sehen, zu welchen Erkenntnissen ich noch so käme. Aber mir ist klar, dass Dr. Feickerts Twin einen dauerhaften Platz erobern würde, denn er vereint Qualitäten, die meines Erachtens in dieser Kombination selten zu hören sind. Dieses Timinggefühl, diese Transparenz und Detaillierung sind einfach schwer zu finden, möchte man kein Vermögen ausgeben.
Fazit: Um die Eigenschaften der Plattenspieler, die gegenwärtig bei mir stehen, zu charakterisieren bzw. zu skizzieren: Der "Baby"-Kuzma ist saftig, lyrisch und ausdrucksstark; der Garrard besitzt Autorität. Der Twin allerdings weist Transparenz, Detail und ein einmaliges Timing auf. Für mich ist der Dr. Feickert Analogue Twin ein echter Gewinner. Es wird schwer, einen Plattenspieler zu finden, der expressiver und körperlicher zu Werke geht oder mehr verführerische Kraft aufweist. Und weil dies so ist, sollten Sie den passenden Tonarm und das System hierzu sorgfältig wählen. Beachtet man dies, so wird man einen Plattenspieler besitzen, der einem über Jahre hinweg Freude bereiten wird.
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Der Kuzma ist ein sehr durchdachtes Design, ein kardanisch aufgehängter Arm erster Güte - und plötzlich öffnete sich der Vorhang und der Twin begann, richtig Musik zu spielen. Ich probierte an ihm wieder eine ganze Serie von Tonabnehmern aus und landete schließlich beim Kondo 1o-M. Es ist wichtig daran zu erinnern, dass der Arm keine Kondo-Verkabelung aufweist. Nach meiner Überzeugung ist das schon ein kleiner limitierender Faktor, wenn man ein Kondo-Pickup ohne die entsprechende Verkabelung aus dem gleichen Hause verwendet. Es mag wie eine Kleinigkeit aussehen, aber nach über einem Jahr mit dem Kondo 1o-M muss ich sagen, dass die richtige Verkabelung einfach so etwas wie das i-Tüpfelchen darstellt. Zudem bin ich der Meinung, dass der Kuzma Reference Arm eher in die trockene/detaillierte Richtung tendiert und man wahrscheinlich völlig andere Erfahrungen mit einem Schröder Arm (oder generell mit einem "wärmeren" Arm) machen wird.



