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Hifi & Records
Boulder 2008 Phonovorstufe
Bisher habe ich das immer „nur“ als eine gewisse Unruhe im Klangbild empfunden, als Eigenart einer Liveaufnahme. Jetzt weiß ich das dank der Boulder 2008 richtig zuzuordnen. Dem Hörspaß tut das nicht den geringsten Abbruch, vertrief eher die Illusion des Dabeiseins.
Bei „Blackbird“ (Siri Svale Band) ist es das Zusammenspiel von Kontrabass und E-Bass, das mit einer unglaublichen Selbstverständlichkeit übermittelt wird, präzise die beiden Instrumente mit Größe,Korpus und Saitenanriss darstellt.
Das sind jetzt nur zwei – prägnante Beispiele, beliebig herausgegriffen aus einer Vielzahl. Man kann diesem Phonoverstärker mit Worten schwerlich gerecht werden.
Es waren spannende, höchst vergnügliche Wochen mit der Boulder 2008. Wegen des Preises bleibt das ein Phonoverstärker für einen kleinen, erlauchten Kreis. Diesem ist eine exorbitante analoge Wiedergabe mit drei gleichwertigen Phonozügen sicher. Mein Trost bleibt die Bemerkung meiner beiden Mithörer:
„…es gibt ein Leben nach der Boulder.“
Schön war`s !
Helmut Rohrwild
Hifi & Records
Boulder 810 und 850
Fazit: Das sind die besten Verstärker, die ich bisher hören durfte. Mit Ihnen ist man ganz sicher für jede highfidele Lebenslage bestens gerüstet. Der Preis dieser „kleinen“ Boulder-Verstärker ist hoch, aber in Anbetracht des Klangbildes zweifellos angemessen.
Helmut Rohrwild
LP Nr_2-2009
Test Phonovorverstärker Boulder 2008 LP
Boulder – der Felsbrocken. Aber auch Boulder, Colorado, ein Ort in den Rocky Mountains, umgeben von schroffen Felsen. Vielleicht hat sich in dieser Umgebung eine Geisteshaltung entwickelt, sich gegen natürliche Grenzen aufzulehnen und ihnen eigene Großtaten entgegen zu halten Dicke Brocken Eine Sage von einem berühmten Bildhauer berichtet, er wurde einmal angesichts einer seiner Statuen gefragt, wie er es denn schaffe, einen Löwen aus einem Granitblock zu meißeln. Seine Antwort lautetet: „Ganz einfach, ich schlage alles weg,was nicht nach Löwe aussieht.“ Einen ganz ähnlichen Eindruck haben auf HiFi-Messen immer die Geräte von Boulder auf mich gemacht, bei denen ich mir vorstellte, dass die Männer aus den Rocky Mountains einfach einen massiven Aluminiumblock nehmen, alles wegfräsen, was nicht zu einem Verstärker gehört und dann zum Preis eines sehr gediegenen Autos verkaufen. In die Verlegenheit, über diese Brocken von High-End-Technik auch nur nachdenken zu müssen, bin ich angesichts der aufgerufenen Summen nie geraten – ein kleiner Rest nagender Neugier bleibt aber: Was kann denn bitte eine Phonostufe für 35.000 Euro noch besser als eine „billigere“, sagen wir für 5.000 Euro? In dieser Preisregion muss es – will man sich nicht auf die Ebene eines reinen Prestigeobjekts stellen, bei dem tatsächlich der Preis das wichtigste Verkaufsargument ist – um nichts weniger gehen als die oft herbeigeredete Grenze des Machbaren. Punkt. Und genau ein solches Gerät wollten wir in einem Themenspecial zum Thema Phonovorstufen einfach dabei haben – es geht bei einem solchen Test nicht um ein paar Prozent mehr oder weniger Klang, wir wollten einfach mal sehen, was geht. Unser Dank geht an Stefan Becker vom deutschen Boulder-Vertrieb, der eines der wenigen in Deutschland stationierten Geräte aufgetrieben und zur Verfügung gestellt hat – in dieser Preisklasse zieht man HiFi nicht mehr einfach aus dem Lagerregal. Die Boulder 2008 – der Name hat nichts mit dem Jahr seines Erscheinens zu tun – wird schon seit einigen Jahren gebaut. 2000 heißt die hochwertigste Serie aus Colorado, die Phonostufe ist einfach mit 2008 betitelt, schlicht und pragmatisch. Eine ebensolche Haltung können wir auch den Designern des Geräts unterstellen: Hier ist absolut nichts protzig oder dekadent – die 2008 ist für einen Phonovorverstärker nur einfach ziemlich groß und (natürlich) zweiteilig. Die Gehäusewände bestehen aus dickem, matt gebürstetem Aluminium, wenn auch nicht in der exorbitanten Materialstärke wie bei den Leistungsverstärkern. Die Deckel sind aus dickem Blech, das mit einer extrem widerstandsfähigen rauen Beschichtung versehen wurde. Die Verarbeitungsqualität ist der Preisklasse entsprechend – sprich nichts weniger als perfekt. Die beiden Gerät stehen auf „Quadratlatschen“, speziellen Füßen mit einer großen dämpfenden Stellfläche. Rückseitig offenbaren die beiden Geräteteile schon ein bisschen was über den getriebenen Aufwand: Gleich drei Ausgänge hat das Netzteil für die Versorgung der Phonostufe – zwei mit „Analog“ bezeichnete für den rechten und den linken Audiokanal sowie einen mit „digital“ gelabelten für die gesamten internen Steuerungs- und Umschaltmöglichkeiten. Im Inneren der Versorgungsstation geht es aufgeräumt, aber gar nicht mal so geräumig zu: Jeder der drei Ausgänge wird tatsächlich von einem komplett eigenen Netzteil samt Trafo versorgt – die Bauteile und das Platinenlayout sind dabei auch absolut vom Feinsten. Das Gleiche gilt natürlich auch für das Innenleben der eigentlichen Phonostufe – ich denke mal, ein versierter Elektroniker könnte eine ganze Weile völlig zufrieden mit der Boulder 2008 leben, einfach indem er sich die Platinen ansieht. Die Phonosektion teilt sich auf in insgesamt sechs Monokanalzüge, die in Dreiergruppen nach links und rechts unterteilt mit Strom versorgt werden. Ganz in die Karten sehen lässt man sich bei Boulder nicht – die Verstärkung erfolgt komplett in vergossenen Schaltungen mit dem Schriftzug Boulder 993. Neben zwei Cinchbuchsen für einen externen Demagnetizer gibt es am 2008 nur symmetrische XLR-Ein- und Ausgänge – Adaper für Cinch-Tonarmkabel sind als Originalzubehör erhältlich. Insgesamt drei komplette Phonoteile lassen sich individuell an den jeweils angeschlossenen Tonabnehmer anpassen – zu diesem Zweck gibt es sechs „Schubladen“, kleine Einschubplatinen (bei Boulder viel hübscher genannt „Personality Cards“) mit einem festen Eingangswiderstand, auf denen sich weitere Widerstände und Kondensatoren zur optimalen Anpassung einlöten lassen. Des Weiteren lässt sich per DIP-Schalter noch die Betriebsart (MM oder MC) auswählen, die Verstärkung um 10 Dezibel variieren und man kann entscheiden, ob das angeschlossene System am Demagnetisierungsprogramm teilnimmt, das man per Taste auf der Vorderseite startet, wie gesagt nur mit einem geeigneten externen Demagnetizer und nur für MC Systeme. Frontseitig hat man neben dieser Funktion noch eine ganze Reihe weiterer hochglanzpolierter Taster zur Verfügung: Anwahl der drei Phonozweige, Monotaste und drei wählbare Entzerrungskurven. Dabei ist eine RIAA-Steckkarte fest eingebaut zwei andere können optional nachgerüstet werden (Columbia, EMI, FFRR, NARTB) – noch seltenere Kennlinien nach Rückfrage.Rechter Hand sitzen die Taster für einen Subsonicfilter mit drei wählbaren Einsatzfrequenzen (die messtechnisch überprüft haargenau sitzen), die Demagnetisierung, Boulder verfährt nach dem Prinzip der konsequenten Trennung: Netzteil von Phonostufe, Audio von Steuerung, Linker Kanal von rechtem Kanal - so klappts mit dem perfekten Klang Nichts gespart: Trotz des vergleichweise riesigen Gehäuses gibt es in der Boulder 2008 keinen Quadratzoll ungenutzte Fläche – kein Wunder bei drei Phonozweigen dieser Qualität was ich dann auchirgendwann getan habe. Dilemma: Wie beschreibe ich jetzt eine Phonovorstufe, die 35.000 Euro kostet? Nun, die Boulder macht es mir in dieser Hinsicht leicht – habe ich bei der Ausstattung und Verarbeitung zumindest noch bestätigen können, dass man nichts weniger als perfekt gearbeitet hat in Colorado, so kann man über den Klangcharakter der Boulder 2008 gar nichts schreiben – sie hatkeinen. Anschließen. Spielt. Fertig. Und nein, das ist kein HiFi-Tester-Gelaber. Angesichts wirklicher Perfektion stehe ich einfach hilflos nach Worten ringend da. Thema Frequenzumfang: Alles da, ausgewogen ohne Ende, keinerlei Bevorzugungen, Betonungen. Räumlichkeit: Weite und Tiefe. Dynamik: Oh ja! Das lässt Sie jetzt etwas unbefriedigt? Ja, mich auch, also reiße ich mich jetzt mal etwas zusammen und versuche, dem Gerät gerecht zu werden. Aus meiner Hörerfahrung heraus wage ich zu sagen, dass die Boulder 2008 dem oft zitierten Stück Draht am nächsten kommt – sie lässt nichts weg, sie fügt nichts hinzu. Was herausragende Eigenschaften angeht: Hier kann die Maschine aus Colorado nichts vorweisen, weil sie alles hat und alles kann. Es beschleicht mich beim Hören der grausame Verdacht, dass die hervorragendsten Eigenschaften so mancher anderer Geräte immer auf Kosten weiterer Qualitäten gehen. Ein wirklich herrlicher Messtechnik-Kommentar :Die Boulder 2008 ist messtechnisch sehr gut, wenn auch nicht die beste jemals in unserem Labor gemessene Vorstufe. Mit -81,1 dB (MC:-63,8 dB) Rauschabstand und -77,3 dB (MC: -58,7 dB) Kanaltrennung kann man aber sehr gut leben. Der Frequenzgangverlauf ist über alle Zweifel erhaben, ebenso das makellos funktionierende Subsonicfilter. Der Klirr liegt bei vernachlässigbaren 0,08 % im MC und 0,01 % im MM-Betrieb. Trotz der gewaltigen Materialschlacht begnügt sich die 2008 mit moderaten 45 Watt aus dem Netz. Gemessenes Versorgungsleitungen: Gleich drei Spezialkabel sichern den Betrieb der Analog- und der Steuerungssektion. Selbstverständlich kann man die Stecker nicht falsch anschließen Anschlussfreudig: Drei Tonabnehmer nehmen symmetrisch mit der Boulder Kontakt auf, ausgangsseitig gibt es Ausgänge für einen Verstärker und einen Rekorder Die gekapselten Einheiten, sechs an der Zahl sind die Boulder-eigenen 993-Schaltungen – natürlich lässt man sich hier nicht überall in die Töpfe gucken rausragendes Gerät schreit den Hörer eben nicht nach Aufmerksamkeit heischend an, sondern wirkt gerade angesichts riesiger Erwartungen eher langweilig und fast ein bisschen ernüchternd. Ein erstes Aha-Erlebnis hatte ich mit einer ABBA-Platte (ich gestehe!), die spaßeshalber lief, um deren audiophile Qualitäten auszuloten (geht so).Auf einmal hatte ich eine Textpassage, die mich noch nie und auch nicht in diesem Moment interessierte, haargenau verstanden. Beeindruckend. Konzentrierter machte ich mich dann daran, meine Plattensammlung zu durchforsten – kaum eine Aufnahme hatte ich so schon einmal gehört, sei es jetzt in ihrer grandiosen Räumlichkeit, ihrer stupenden Dynamik oder dem unendlichen Reichtum von Details und Feinauflösung. Ich behaupte jetzt einfach mal: Besser geht es technisch nicht und näher kommt man an auf Schallplatte aufgenommene Musik nicht heran. Die Phonovorstufe (fairerweise muss man ja sagen: die drei Phonovorstufen) aus Boulder, Colorado kostet viel, viel Geld, weitaus mehr Geld, als die meisten Leute in ihrem ganzen Leben für HiFi ausgeben werden. Mit der 2008 bekommt man aber für sein Geld nicht nur einen perfekten Phonovorverstärker, sondern auch eine komplett neue Plattensammlung quasi gratis dazu. Besser geht’s nicht. Thomas Schmidt
Boulder 2008 · Unterm Strich … »... die Boulder 2008 ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Referenzgerät. Sie ist technisch wie klanglich in Sachen Phonoverstärkung der Stand der Dinge.
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